Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651064
278 
Die 
Apokalypfe und 
Holzfchnitte. 
die frühen 
dann das Privilegium feiner gelehrten und poetifchen Sodalität 
und ein Panegyricus auf Maximilian 1.; endlich zwei Briefe, 
der eine von Sebald Schreyer, der andere von Celtes an 
diefen. Der Band ift mit eilf fehr verfchiedenartigen Holz- 
fchnitten geziert. Die genauen Vorfchriften oder Recepte, 
welche Celtes zu denfelben lieferte, flnd uns noch zum 
Theile in einem Sammelbande Hartmann Schedels in der 
königl. Bibliothek zu München erhalten 1). Darunter befindet 
{ich auch die beiläufige Anweifung für den zweiten Holz- 
fchnitt des Buches, die Philofophie i). Die Zeichnung zu 
demfelben ift von Dürer, denn das Schriftband, welches von 
der Bruft der in einem Kranze von Eichen- und Weinlaub 
thronenden Hauptügur herabhängt, trägt fein Monogramm; 
ringsum vier Schildchen mit den Bruflbildern von Ptolomäus, 
Albertus Magnus, Plato und Cicero und mit dem Namen 
Vergils; in den Winkeln Windeshäupter als Sinnbilder der 
vier Elemente und Temperamente- alles durch verfchiedene 
Infchriften erläutert 3). Der Schnitt des Blattes ift recht 
mittelmäßig und lgeftattet gerade noch durch Vergleichung 
feftzuftellen, dal's auch die Zeichnung zu dem erfien Bilde 
auf der Rückfeite des Titels von Dürers Hand herrührt. 
Es Prellt Konrad Celtes dar, wie er knieend, Kappe und 
Lorbeerkranz in den Händen, dem Kaifer Maximilian fein 
vBuch der Lieber überreicht 4). Der wohlgenährte, bartlofe 
Poet ifi porträtgetreu, der thronende Kaifer aber ideal 
I) Codex lat. 43 4. Vergl. A. Ru- 
land, Die Entwürfe zu den Holz- 
fchnitten der Werke des Conradus 
Celtis; Archiv f. zeichn, K. II. 254 
bis 260, 
2) Bartfch 130, Heller 2063, Ret- 
berg 43. Von der gleichfalls in 
Holz gefchnittenen Titelverzicrung 
fehe ich ab. 
3) Im oberen Rande die fiolze, 
etwas verfrühte Infchrift: "Sophiam 
me Graeci vocarlt, Latini sapientiam. 
Aegypti et Chaldaei me invenere; 
Graeci scripsere, Lalini transtulere, 
Germani ampliaverea, im Recepteiü 
noch beigefügt: vet illustraverek.  
4) Retberg 49; Paffavant 217, 
Heller 2089. Paffavant hat mit gutem 
Grunde dies Blatt in das Werk Dü- 
rers aufgenommen, die ähnlichen Dar- 
Üzellungen in den XVerken der Ros- 
witha. aber ausgefchloffen, nämlich: 
Celres, fein Buch dem Kurfiirften 
Friedrich von Sachfen darbringend, 
und die Nonne Roswitha, ihre Werke 
dem Kaifer Otto II. überreichend.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.