Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651035
Flugblätter. 
275 
Blatt auch wohl Dürer zugefchrieben wurde i). Es Ptammt 
vermuthlich aus dem Jahre I496 und ohne Zweifel aus Wol- 
gemuts Werkftatt, für welche Dürer damals auch noch 
arbeitete; daher auch die colorierten Exemplare, genau mit 
denfelben Farben wie die Holzfchnitte in der Schedeffchen 
Chronik. Daffelbe gilt von dem Bilde des Pefikranken, das 
der Arzt Theodoricus Ulfenius 1496 als Flugblatt ver- 
öffentlichte, es kommt gleichfalls noch coloriert vor 2). Der 
F riefe Ulfen war ebenfalls ein warmer Anhänger von Celtes. 
Konrad Celtes trug iich damals mit dem grofsen Plane, 
der Welt und insbefondere den mifsgünfiigen Italienern zu 
zeigen, dafs Deutfchland kein Barbarenland fei; dafs das 
Licht des claffifchen Alterthunis demfelben nicht blos erft 
aufgehe, fondern es bereits im X. Jahrhunderte befchienen 
habe. Zu diefem Zwecke begnügte er {ich nicht nur mit 
feinen eigenen Poefien im antiken Gewande, er publicierte 
auch mit Hülfe der Rheinifchen Sodalität, der erften deutfchen 
Gelehrtengefellfchaft, die er 1491 gegründet hatte, fo viel 
ältere Denkmäler, die {ich der gleichen Vorzüge erfreuten 
und noch dazu von einer Frau, der gelehrten Nonne Ros- 
witha oder Hrotsuitha aus dem niederfachfifchen Klofter 
Gandersheim herrührten. Nürnberg follte die Ehre zu Theil 
werden, diefe litterarifchen Zeugniffe zeitgenöffifcher wie alt- 
einheimifcher Clafficität zuerii zu veröffentlichen; und zwar 
follten die Bücher auch mit Bildwerken geziert werden. Da 
es dem abwefenden Dichter aber vornehmlich um den Gegen- 
Hand und um feine allegorifchen Spielereien zu thun war, 
lieferte er dazu die genauen Recepte und begann fo jene 
gelehrte Mafsregelung, unter welcher die deutfche Kunft 
und insbefondere Dürer noch viel zu leiden hatte. Schon 
im Jahre 1493 fchickte er einem unbekannten Nürnberger 
unter anderen wein Blatt, das dem Maler zu übergeben fei, 
damit cliefer zeichne, was er vorgefchrieben habee 3). Welchem 
I) Retberg Nr. 9x, Bartfch App, 
20, Heller 1865. 
2) Vergl. v. Eye, Leben Dürers, IOO. 
3) Klüpfel, a. a. O. II. 147: xAd- 
junxit chartam, tradendam laictori, 
ut, quod praescripsit, delinearetx In 
I8"
        

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