Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1651011
Dürer 
Wolgemut, 
und 
Celtes, 
273 
dürfte {ich Harcks und Colvins Hypothefe, dal's Dürer in 
den Jahren 1494-1497 noch bei Wolgemut oder doch für 
deffen Rechnung gearbeitet habe, zu dem Range einer 
hiltorifch erwiefenen Thatfache erheben, und früher als ich 
es zu hoffen gewagt, ward fo eine der fchwierigften Fragen 
in der Jugendgefchichte Dürers einer gedeihlichen Löfung 
entgegengeführt. 
Der mythologifche Holzfchnitt ßErculesw führt uns 
wieder auf den Nürnberger Humanifteilkreis zurück. Die 
Seele diefes Kreifes war Konrad Celtes, diefer Apoflel der 
claffifchen Studien in Deutfchlancl. Trotz feines unltäten 
Wanderlebens bewahrte er eine dauernde Anhänglichkeit 
an feine fränkifche Heimath. Insbefondere blieb ihm Nürn- 
berg theuer, wo er auf dem Reichstage 1487 feierlich den 
kaiferlichen Lorbeer erhalten hatte und wo er zahlreiche 
gleichgefxnnte Freunde zählte 1). Auch in der Folge, nachdem 
er 1494 an die Univerfxtät Ingolftadt und. 1497 vom Kaifer 
Maximilian nach Wien berufen worden war, unterhielt Celtes 
brieflich einen lebhaften Verkehr mit Nürnberg und kehrte 
gern von Zeit zu Zeit dahin zurück. Er pflegte dann im 
Haufe Wilibald Pirkheimers zu wohnen, dem er innig ver- 
bunden war. Auch. mit deffen gelehrten Schweflern ftand 
er in Briefwechfel, insbefondere mit Charitas, an die er im 
Jahre 1502 eine fchwunghafte Ode gedichtet hat. Als 
Charitas darauf Aebtiffin ihres Kloflers zu St. Clara wurde, 
nahmen die F ranciscaner, welche die Aufficht über daffelbe 
führten, Anflofs an ihrem Verkehre mit dem Philofophen 
und unterfagten ihr darum das Lateinfchreiben, was ihm 
 
I) Engelbert Klüpfel, De vita et 
scriptis Conradi Celtis Protucii, Frei- 
burg i. B. 1827. Vergl. auch Jof. 
Afchbach, Roswitha und Conrad Cel- 
tes; II_ Aufl. Wien 1868. Der Fa- 
milienname des Dichters war eigent- 
lich Pickel oder Bickel, d. i. Meißel, 
den er latinilierte (von caelare) und 
Thaufing, Dürer. 
graecifierte. Da. der Gelehrte, feiner 
Meinung nach, gleich den Römern 
drei Namen führen follte, nannte er 
{ich denn: Conradus Celtes (oder 
Celtis) Protucius, fo wie Geh z, B, 
Gerhard von Rotterdam: Desiderius 
Erasmus Roterodamus nannte, 
18
        

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