Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650668
240 
VIII. 
und 
mit YVolgemut 
Der WVettßreit 
die 
K upferfiiche. 
frühen 
erfchienen alsbald in Nürnberg drei grofsmächtige Kupfer, 
je aus zwei Platten zufammengefetzt, auf denen der ganze 
Verlauf des Schweizerkrieges bildlich dargeftellt ift unter dem 
deutfchen Titel: wDiefs ift der Krieg zwifchen dem Römifchen 
König und den Schweitzern und die ganze Landfchaft: 
Städte, Schlöffer und Dörfer im Schweitzerlanda. Die An- 
nahme Paffavants 1), dafs das Werk fchweizerifchen Urfprunges 
fei, ift unbegründet, und wird durch die Bezeichnung Maxi- 
milians als Regia Maiefias im lateinifchen Titel, wie durch 
den Dialect der deutfchen Auffchriften und endlich befonders 
durch Stil und Technik der Kupferfiiche widerlegt. Die 
Zugehörigkeit derfelben zur Nürnberger Schule kann nicht 
zweifelhaft fein, und trotz dem unverftändlichen Einfchiebfel 
dürfte das auf einem der Blätter ftehende Monogramm von 
dem fonft vorkommenden P W kaum zu unterfcheiden fein. 
Das eigenthümliche, oben gefchilderte Verhältnifs Wol- 
gemuts zu der Familie Pleydenwurff drängt mich zu einer 
Vermuthung, die viel für {ich hat, falls meine Ueberzeugung, 
dafs Wolgemut auch Kupferfiecher gewefen fei, überhaupt 
Beftätigung und Nachfolge findet  zu der Vermuthung 
nämlich, dafs vielleicht auch jene zuverläfsig in Nürnberg 
entftandenen Kupferftiche, welche mit dem Monogramme 
P W oder ähnlich bezeichnet find, auf die Pleydenwurff- 
W olgemuffche Werkfiatt zurückzuführen feien  Ein Beifpiel 
derartiger Combination zweier Namen läfst {ich gerade bei 
Wolgemut nachweifen und zwar auf einem Stiche feines 
Schülers oder Gefellen Mair von Landshut, St. Anna felb- 
dritt, der zu beiden Seiten ein W und in der Mitte: 
aMAIR 149m aufweift, der alfo gemeinfam ausgeführt oder 
doch verlegt und verkauft ward 3). Wilhelm Pleydenwurft 
war damals freilich bereits verftorben. Wir fahen aber, dafs 
l) Peintre-Graveul" H. S, 160, 
2) Chrifi, J. F, Anzeige der M0- 
nogrammatum, Leipzig 1747, S. 345, 
und Diction. des hionogr" Paris 1762, 
S. 255. vermuthete bereits in Pw das 
Zeichen Pleydenwlzrffs. Dazu üimmt 
allerdings, (lafs Heinrich Aldegrever 
mit G in A. Grunewald mit G und 
N monogrammiertem 
3) Barlfch, P. Gr. VI. 366. Nr. S,
        

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