Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650571
Koch. 
Der 
Die 
Genien, 
Hexe, 
Die 
231 
auf feiner Reife gefehen haben niufs. Die Engel im 
Dresdener Altar, der Amor auf dem vTraume des Doctorsa, 
der Knabe auf der wEiferfuchtx lind von derfelben Art. 
Die nordifche alte Hexe, welche auf dem fchwarzen Bocke 
rücklings fltzend durch die Luft fährt, ifl mit Bezug auf die 
oben befprochene Darffellung der vier nackten Frauen von 
Wolgemut und Dürer ein Beweis, dafs derlei Vorfiellungen 
den Meißem geläuüg waren. Mythologie, alter Götterglaube 
und Hexenthum fällt ja nach altdeutfchen Begriffen ganz 
nahe zufammen. 
Alle diefe merkwürdigen Unlltände zufammengehalten, 
bleibt kein anderer Ausweg als die Annahme, dafs Dürer 
nach feiner Heimkehr von der Wanderfchaft wieder als 
Gefelle in Wolgemuts Werkfratt eintrat und bis gegen 1497 
für deffen Rechnung mit arbeitete 1). Hinter Meifter und 
Gefellen {landen ihre gelehrten Freunde Schedel und Pirk- 
heimer. Am 23. December 1493 war die ßWeltchronika 
vollendet. Viele Städteanlichten in derfelben, darunter auch 
Rom, verrathen bei aller Ungenauigkeit doch eine Aufnahme 
nach der Natur; 0b Wolgemut felbft, 0b fein Stieffohn 
Pleydenwurff zu diefem Zwecke gereift, oder 0b Hartmann 
Schedel das Materiale dazu befchafft habe, wiffen wir nicht. 
Als nun Dürer 1494 aus Venedig heimkehrte, fand er für 
dasjenige, was er ftaunend in der Fremde gefehen hatte, 
daheim einen gut vorbereiteten Boden. Auch die von ihm 
mitgebrachten Copien ilach italienifchen Kunftwerken, ins- 
befondere nach mantegnesken Stichen, fanden in dem 
Freundeskreife unter der Vefien eifrige Bewunderer. Michel 
Wolgemut und Dürer unter feinen Augen entlehnten Motive 
aus denfelben zu den mythologifchen Kupferftichen, die offen- 
bar gelehrten Rathfchlägen ihre Entftehung verdankten. 
Dürer componierte und betheiligte fich felbft an der Aus- 
führung der Stiche, die unter hVolgemuts Namen ausgingen 
1)Verg1 Sidney Colvin: Albert 
Dürer, his Teachers, his Rivals and 
his F ollowers; 
1877. S. 190. 
The Portfolio, London 
und F. Harck a. a O.
        

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