Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650528
226 
VIII. 
Der Wettßtreit mit Wolgemut und 
frühen 
Kupferfiiche, 
Beiwerks; insbefondere die Draperie iPc unflcher und ver- 
worren. Die Haltung der Madonna erinnert an jene mit 
der Meerkatze, doch hat fle hier den breiteren, kurznafigerl 
Typus, den Dürer fpäter anwendet. Ein erfter, etwas ab- 
weichender Entwurf, in gröfserm Mafsflabe, ganz leicht und 
blos mit der Feder gezeichnet, befindet {ich in der Haus- 
mannTchen Sammlung zu Braunfchweig. Das Aquarell 
ftammt offenbar aus Dürers früher Zeit, bald nach feiner 
Rückkehr von der Wanderfchaft l). 
Noch viel verwickelter liegt das V erhältnifs von Dürer 
zu YVolgemut in der Entitehuilgsgefchichte des wgrofsen Her- 
culesr, genannt die Eiferfucht 2). Unter den Federzeichnungexi 
nach mantegnesken Stichen, Welche Dürer im Jahre 1494 
aus Italien mitbrachte oder gleich nach feiner Heimkehr ge- 
macht hat, befand fich auch ein Orpheus, von den kikonischen 
YÄFeibern überfallen. Schon Sandrart rühmte diefe Zeichnung; 
er befafs {ie und fabelte von ihr, dafs fle Dürers Probeltück 
zur Aufnahme in die Nürnberger Malerzunft gewefen fei. 
Sie befindet flch gegenwärtig in der Harzeiffchen Sammlung 
in der Kunfthalle zu Hamburg; dafelbft auch der äufserft 
feltene italienifche Stich, aus welchem die Figuren ganz ge- 
treu in demfelben Sinne entlehnt find 3). Nur den landfchaft- 
lichen Hintergrund hat Dürer ganz verändert. Orpheus, blos 
mit einem Mäntelchen bekleidet, ift, von vorne gefehen, in 
die Kniee gefunkeil, indefs von beiden Seiten zwei Weiber 
in antiker Gewandung mit Knütteln auf ihn losfchlagen; zur 
Linken entHieht ein Kind. Statt der Laute liegt bei Dürer 
eine antike Leyer im Vordergrunde, darunter die echte Be- 
zeichnung: 1494, 11.11. An Stelle des unnatürlichen Baumes 
hinter dem flieheilden Kinde zeichnete Dürer einen Feigen- 
 Die Quadrierung darauf mit 
Bleiftift ifl von einer fpäterexx Hand, 
Das Blatt wurde öfter in Oel copiert, 
ein Beifpiel davon in der Galerie 
Doria in Rom, als wBreughelv, ein 
anderes beim Duca. di Caffano in 
Neapel u, a, Ein KupferPcich dar- 
nach von Egid. Sadeler. 
2) Bartfch 73. 
3) C. Meyer: Die Harzen-Comm- 
meteffche Sammlung, Archiv f, zeichn. 
Künße, XVI. 83; W. Y. Ottley, In- 
quiry I. 403; Paffavant, Peintre- 
Graveur V, 47,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.