Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650483
222 
VIIT. 
Der YVetlflreit mit WVolgemut und 
Kupferftiche. 
frühen 
mag. Noch auffallender freilich ift im Gegenhalt dazu die 
{tarke Verzeichnung, durch welche der Anfatz der Beine an 
den Rumpf der Figur völlig ungelöft und unverftändlich 
bleibt. Im Britifchen Mufeum beündet flch eine Feder- 
zeichnung im Gegenflnne zu Dürers Stich, auf welcher der 
Mann blos leicht entworfen, die Schweine aber forgfaltig 
ausgeführt lind, alle Ferkel fehlen. Gerade einzelne Ab- 
weichungen und die Gegenfeitigkeit fprechen für die Originalität 
der Zeichnung, die nach unferen bisherigen Anfchauungen 
Dürern zugefchrieben wird. Quad, welcher auch den ver- 
lorenen Sohn zu den Copien Dürers nach Wolgemut rechnet, 
wäre demnach im Irrtlnume und hätte blos aus der Ptiliftifchen 
Verwandtfchaft auf eine Vorlage des Letzteren gefchloffen. 
In dem Profile des am Schweinetroge knieenden, betenden 
Mannes klingt in der That der Typus des vgrofsen Couriersr 
noch deutlich wieder. Ein Original Wolgemuts liefs f1ch 
aber bisher nicht nachweifen 1). Ich getraue mich noch nicht, 
in diefer Frage eine Entfcheidung zu treffen. 
x) Es giebt eine fogenannterecht- 
feitige Copie nach Dürer (Heller Nr. 
478), auf welcher die drei, bei Dürer 
xinregelmäfsig geitellten Fenfter an 
dem Gebäude des Hintergrundes in 
wagrechter Linie ftehen; fxe ifi feltener 
als Dürers Stich und hat manche 
Vorzüge vor demfelben. Auf dem 
Berliner Mufeum befindet fich der 
Abdruck von einer bedeutend fchmä- 
leren, dafür aber höheren, leider be- 
reits ziemlich abgenutzten Platte auf 
dünnem Papier, welcher auch auf ein 
etwaiges Original hVolgemrxts leiten 
könnte. Der Stich verhält {ich im 
Gegeniinne zu dem Dürers und zeigt 
bemerkenswerthe Abweichungen von 
demfelben. Die drei Fenfier im 
Grunde ftehen auch dort in derfelben 
Flucht, fmd überhöht und haben, 
gleich allen übrigen, fichtbare Ver- 
kleidungen. Das Laub des Baumes 
in der Mitte ift in der alten, bei 
lrVolgemnt noch vorkommenden wol- 
ligen Haufenmanier gegeben, Die 
Gebäude des Hintergrundes werden 
von einer Kirche mit einem Thurme 
überragt, deffen zwei üchtbare Stock- 
werke mit polygoner Verdachung und 
dem Halbmonde darüber gar fehr an 
die Behandlung folcher Bauwerke in 
der SchedePfchen Weltchronik er- 
innern. Leider ift der Berliner Ab- 
druck nicht fo alt, um ein endgiltiges 
Urtheil über den Weißer zu geflatten. 
Dafs {ich das W nicht darauf vor- 
findet, Wäre von wenig Belang. Es 
könnte auch, falls es überhaupt da- 
gewefen, leicht von einem fpäteren 
Befitzer der Platte getilgt worden 
fein. Auch auf der gegenfeitigen 
Copie des Giovanni Antonio da 
Brescia nach Dürers "Vcrlßlfnflm 
Sehnen (Heller Nr. 480 u. 482, die 
von derfelben Platte flammen), wurde 
nachträglich der Name des Italiencrs
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.