Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650367
2IO 
VIII. 
mit NVolgelnut und 
Der WVettfireit 
die frühen Kupferfüche, 
der Figuren spricht für eine frühe Zeit, die aller Thätigkeit 
Dürers vorausgeht. Ja felbft wenn wir Wolgemut für den 
lVleifter diefes Stiches anfehen Wollen, müffen wir die Arbeit 
auch zu deffen früheften Verfuchen auf der Kupferplatte 
zählen. Nun giebt es zwar eine täufchende alte Copie des 
Blattes mit getreuer Nachbildung aller, auch der gefehlten 
Striche, und man könnte darin eine Uebung des jungen Dürer 
aus feiner Lehrzeit erblicken, ohne dafs {ich aber für eine 
folche Annahme Beweife beibringen liefsen. 
Die älteften Kupferftiche flcher von Dürers Hand f1nd: 
die heilige Familie mit der Heufchrecke 1), und der fogenannte 
Liebesantrag?) Beide f1nd bereits mit feinem gewöhnlichen 
Monogramme bezeichnet und können fchon darum nicht vor 
dem Jahre 1496 geftochen fein. Beide f1nd auch keine 
Originalarbeiten von Dürer, fondern fetzen irgend eine Vor- 
lage, vermuthlich einen älteren Kupferftich Wolgemtits 
vorausß). Die Arbeit Dürers in der Madonna zeigt noch 
wenig Gewandtheit in der Führung des Stichels; doch mag 
eine gewiffe Unficherheit in der Wahl der Strichlagen und 
die fpiefsige Stechweife in der Art des Zatzinger fchon dem 
Original eigen gewefen fein. Eigenthümlich f1nd die kurzen, 
einfeitigen Strichlagen der Schatten im Fleifch, die fo wie 
der ideale Kopf der Madonna {tark an italienifche Einflüffe 
mahnen. Noch merkwürdiger ift, dafs flch das Studium zu 
der offenbar oberitalienifchen Landfchaft des Hintergrundes 
in einer Federzeichnung von der Hand Dürers erhalten hat; 
f1e befindet flch in der Sammlung Galichons zu Paris 4). 
Glatter und gefalliger ift bereits die Technik im ßLiebes- 
antraga. Die Darftellung des jungen Weibes, das feine Liebe 
I) Bartfch 44. gauers erfetzt war, An Stelle der 
2) Bartfch 93. Ileufchrecke zeigte der Stich eine 
3) W, Y, Otlley a. a. O, glaubte Eidechfe. 
das Original der heil, Familie mit 4) Dessins exposes ä Pecole des 
der Heufchrecke im Britifchen Mu- Beaux-Arts, Paris 1879, N1". 194, 
feum entdeckt zu haben in einem unter der irrigen Bezeichnung: Ecole 
Blatte, auf welchem das WV heraus- venetienne_ Vergl. F. Wickhoff, Zeit- 
gekratzt und durch ein mit der Fe- fchrift f. bild, Kunft 1882, XVII. 
der gezeichnetes Monogramm Schon- S, 219.
        

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