Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650301
204 
VIII. 
Kupferßiche. 
frühen 
Der Wettßreit mit Wolgemut und die 
Albertina die Auffchrift von einer Hand des XVI. Jahr- 
hunderts: vDiefer Stecher hat Wenzel geheifsen, iPr ein Gold- 
fchmied gewefencr. Diefe Nachricht zufammengehalten mit 
der Bezeichnung auf dem Tode der Maria nach Schongauer 
(Bartfch 22): 1481, WENCESLAVS DE OLOMVCZ IBI- 
DEM, veranlafste Bartfch auch fämmtliche mit einem W 
bezeichnete und früher Wolgemut zugefchriebene Stiche für 
Werke diefes Wenzel zu erklären. Der fonft nicht näher 
bekannte Olmützer Goldfchmied follte in feiner Jugend 
Schongauer, in feinem Alter Dürer copiert haben, was doch 
fchwerlich von Wolgemut hätte behauptet werden können. 
Letzterer könnte aber nach Bartfch auch darum Dürern 
nicht die Vorbilder für eine Reihe feiner Kupferftiche ge- 
liefert haben, weil die mit W bezeichneten Blätter den 
entfprechenden Arbeiten Dürers um vieles nachftünden; ein 
Grund, der trotz feiner Allgemeinheit leicht verfing, an- 
gefichts der fpäten und fchlechten Abdrücke, in denen die 
Stiche des MeiPcers W zumeiPc vorkommen. 
Nur das unbedingte Fefthalten der alten Regel, dafs 
die Copie oder Wiederholung eines Kunftwerkes durch einen 
anderen Meifter dem Original in jeder Beziehung nachfiehen 
müffe, konnte Bartfch der Gefahr einer Täufchtlng ausfetzen, 
ähnlich derjenigen, die ihm in einer analogen Frage bei der 
Beurtheilung Marcantonio Railnondis unterlief l). S0 folge- 
richtig nämlich das Princip aus der Erfahrung der Gegen- 
wart und aus der Beobachtung früherer Jahrhunderte gezogen 
fein mag, für die Zeiten einer auffteigenden Kunftbewegung 
und für die Denkmäler einer eben in rafchem Aufblühen 
begriffenen Technik wird feine Anwendung doch an manche 
Vorbehalte geknüpft fein. Zunächft haben die Meifter des 
XV. Jahrhunderts gar nicht jenen krankhaften Begriff von 
Originalität, dem gemäfs jedes neue Werk fich in allen 
Beziehungen, in Stoff, Compofition und Ausführung foviel 
wie möglich von dem bereits Vorhandenen unterfcheiden 
 
Vergl. 
Marco 
Thaufmg : 
Dante v. Ravenna, 
Archiv 
1870.
        

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