Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650216
Hercules von 
1500. 
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lebhaften Ausdrucke deutet allerdings auf Dürer, und zwar 
durch die etwas gekniffenen Augen und Mund auf deffen 
frühe Zeit hin. Damit Pceht aber wieder in Widerfpruch, 
dafs die dargeftellte Perfönlichkeit keineswegs zwanzig Jahre 
jünger ausfieht, als auf den zuvor genannten Bildniffen, 
fonder vielmehr greifenhaft, und nach der eingefunkenen 
Oberlippe zu fchliefsen, zahnlost ein Widerfpruch, den ich 
nicht zu erklären vermag, es fei denn, dafs das Münchener 
Bild gar nicht Jakob Fugger, fondern blos einen ihm fehr 
ähnlichen, vielleicht auch leiblich verwandten Mann darftellt. 
Noch bleibt uns ein anderes Gemälde in Wafferfarben, 
gleichfalls aus dem Jahre 1500, zu betrachten, das in 
mancher Hinficht unter Dürers Werken vereinzelt dafteht: 
Hercules im Kampfe mit den Prymphalifchen Vögeln auf der 
Vefte zu Nürnberg. Waagen fah das Bild noch in Schleifs- 
heim in fchadhaftem Zuftande und erklärte es auch für 
fchwierig, es auf irgend eine Weife wieder herzuftellexi. 
Seitdem iPc es mit Oelfarbe und Firnifs ganz überftrichen 
worden bis auf wenige kleine Stellen, unter denen flCh zum 
Glück der Stein mit Monogramm und Jahreszahl befindet. 
Der nackte Hercules in halber Lebensgröfse fchreitet linkshin 
aus, Pcramm den grofsen Bogen fpannend, fo dafs er mehr 
von rückwärts, der Kopf mit den fliegenden Locken gerade 
im Profil gefehen wird. Der Vogel links in der Luft und 
feine beiden Gefellen find als kleine geflügelte Drachen 
gebildet, mit länglichen Frauenköpfen und mit Brüften, 
ähnlich den Sirenen; fie fehen gar nicht fchrecklich aus. In 
den Hintergrund erftreckt {ich eine wohlangeordnete Flufs- 
landfchaft. Nach der völligen Verwüftung des Gemäldes ift 
es ein Glück, dafs uns wenigftens ein Entwurf Dürers zu 
demfelben erhalten iit, nämlich in der grofsherzoglichen 
Sammlung zu Darmftadt. Es ift eine lavierte Federzeichnung, 
auf welcher die Hauptfigur mehr in der Mitte fleht und das 
Löwenfell nachfchleift, mit dem auch der Rücken zum Theil 
bedeckt ift. Starke Pentimenti zeigen, wie Dürer bemüht 
war, der Anatomie Herr zu werden und die energifche 
131i:
        

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