Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650203
194 
VII. 
Die Malerwerkßatt ; 
und 
Gefallen 
Fälfcher, 
grauen Schatten im Fleifche find fein vertrieben. Ueberall 
ift die ganze ungefchminkte Wahrheit neben einer gewiffen 
zeitgemäßen Gravität feftgehalten. Im Allgemeinen zeigen 
die frühen Bilder Dürers einen fatteren, kräftigeren Farben- 
vortrag, eine mehr malende Technik, die noch auf die alte, 
durch Wolgemut vermittelte vlämifche Ueberlieferung zurück- 
führt, allmählich aber von der abftracteren, mehr zeich- 
nenden Methode in der Art von Mantegna und Schongauer 
durchdrungen wird. 
Zu erwähnen wäre hier noch das Bildnifs des kaiferlichen 
Rathes Sixtus Oelhafen, geb. 1466, geft. 1539, aus dem 
Jahre 1503, von welchem {ich aber das Original Dürers 
nicht erhalten hat, fondern blos Copien; die eine war in 
der Sammlung des H. v. Derfchau, die andere behndet {ich 
auf der Univerfitätsbibliothek zu Würzburg. Auch der kleine 
Stich von J. A. Böner ift nicht nach dem Original gemacht 1). 
Nicht viel beffer fteht es um die Nachweifung eines Bild- 
niffes von Jakob Fugger, genannt der Reiche (1459-1525), 
welches Dürer gemalt haben mufs, aber doch erit in viel 
fpäteren Jahren. Die faft lebensgrofse Originalzeichnung 
dazu, welche B. Suermondt in Amiterdam entdeckte und 
mir verehrte, ftammt erit aus den Jahren 1518-1520; ihr 
entfpricht das Kulmbach zugefchriebene Gemälde im Berliner 
Mufeum 2) und eine andere Copie im Beiitze des Grafen 
Törring in München. Nun giebt es aber ein nur fehr wenig 
abweichendes Porträt deffelben Mannes, wie es fcheint, in 
der Münchener Pinakothek 3), aus Schleifsheim {tammend und 
laut Inventar von 1760 auf der Rückfeite als ein Werk 
Dürers aus dem Jahre 1500 bezeichnet. Das Bild war blos 
in Leimfarben ausgeführt und hat demgemäfs viel gelitten; 
insbefondere der grüne Hintergrund und die Kleidung find 
ganz übermalt. Der beffer erhaltene Kopf aber mit der 
noch immer fehr guten Modellierung und dem heiteren, 
Katalog Derfchau S. 6. 
O. 223, 265 u, 909. 
Heller 
Nr. 557. 
Saal I. Nr.
        

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