Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650177
Die 
fogenannte F ürlegerin, 
191 
des Endres Dürer, gekauft hatte, nachträglich als Copien 
der auf dem Rathhaufe aufbewahrten Gemälde herausgeftellt 
zu haben 1). Wie die Dinge einmal liegen, ift es leider nicht 
möglich, die Kunftthätigheit Dürers kennen zu lernen, ohne 
zugleich die Induftrie zu verfolgen, deren Opfer fein Name 
frühzeitig in der Heimat geworden iPt. Ueber die Be- 
rechtigung zur Führung diefes Namens entfcheiden bei er- 
haltenen Werken nur innere Merkmale; alle blos äufserlichen 
Belege für die Herkunft derfelben treten bei Dürer mehr 
als bei allen anderen Künfilern in den Hintergrund, und das 
Verlorene entzieht fich jeder Würdigung. Nach forgfältiger 
Auswahl der echten, nach Fortlaffung aller zweifelhaften Ge- 
rnälde bleibt noch gerade genug, um uns einen angemeffenen 
Begriff von feiner Malerei zu geben. 
Diefe Erörterungen kommen uns gleich zu Ptatten bei 
Beurtheilung jener zwei Gemälde, die man gemeinhin als 
die Bildniffe der Katharina Fürlegerin bezeichnet. Dürer 
foll ein fchönes Mädchen diefes Namens einmal mit auf- 
Igelöfien, das andere Mal mit in breiten Zöpfen aufgebundenen 
Haaren abgebildet haben; beidemal im Jahre 1497. Beide 
Bilder befanden {ich in der Sammlung des Lord Arundel, 
wo fie von Hollar bekanntlich radiert wurden; endlich foll 
das eine feinen Weg in die Galerie des Städeffchen IIIflIltLItS 
zu Frankfurt gefunden haben, das andere in die Sammlung 
des Freiherrn Speclq-Sternburg zu Lützfchena bei Leipzig. 
Der Augenfchein belehrt uns aber fogleich, dafs wir es 
hier mit zwei ganz verfchiedenen Köpfen und keineswegs 
mit zwei Bildniffen einer und derfelben Perfönlichkeit zu 
thun haben. Was fodann die Echtheit der betreffenden 
Gemälde anbelangt, fo fallt zunächft auf, dafs von beiden 
heutzutage noch zwei Exemplare bekannt find, je eines in 
Oel auf Holz, das andere in Wafferfarben auf Leinwand 
gemalt. Die beiden in der letzten Art ausgeführten Bilder 
follen als Seitenftücke und in fehr fchlechtem Zufiande aus 
Leben A. 
Dürers, 
Ueberßchtsta fel
        

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