Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650135
VOH 
Selbßporträt 
r493. 
Die Imhoff, 
137 
darnach von trockenem, kaltgrünem Tone in den Ufäzien 
in Florenz. Nach einem Exemplare, das flch 1645 in der 
Sammlung des Lord Arundel befand, hat es XVenzel Hollar 
radiert. jenes Selbftporträt des Zöjährigen Dürer in der 
ImhofFfchen Sammlung 1), das in XVafferfarben auf Tuch, 
d. h. Leinwand, gemalt war und 1633 rfchon ziemlich fchad- 
haftsr nach Amfterdam verkauft wurde, ifi feither wohl ganz 
zu Grunde gegangen. Es dürfte indefs kaum etwas anderes, 
als eine auf Täufchting berechnete Nürnberger Copie des 
oben befchriebenen Madrider Bildes gewefexi fein. 
Ueberhaupt kann ich gleich bei diefer Gelegenheit einige 
Bemerkungen über die Inventare der vielberufenen Imhofffchen 
Kunftkammer- nicht unterdrücken. Als Quellen für die Ge- 
fchichte Dürenfcher Werke find diefelben in unferer Zeit 
doch vielfach überfchätzt worden, denn ganz unleugbare 
Thatfachen gebieten die gröfste Vorflcht bei ihrer Benutzung. 
Wilibald Imhoff der Aeltere (geft. 1580), der Enkel Pirk- 
heimers und der Bruder von Dürers Pathenkind Hieronymus, 
hatte zwar von feinem Grofsvater keine irgend nachweis- 
baren Arbeiten Dürers ererbt, wohl aber fammelte er eine 
ftattliche Menge von deffen Zeichnungen und brachte auch 
einige Gemälde von Dürer an (ich. Gute Gelegenheit, Eifer 
und Liebe zur Sache mögen ihm dabei mehr zu ftatten 
gekommen fein als ein befonderer Kennerblick. Unterlief 
fo fchon bei ihm, trotz feines guten Willens, manches Un- 
echte, fo nahm dies immer gröfsere Dimenfionen an unter 
den Händen feiner Erben und Nachkommen, die alsbald 
ihre Kunftkammer als ein Waarenmagazin, Dürer als einen 
gangbaren Handelsartikel anfahen. Während die guten 
echten Erbftücke zunächft Abnehmer fanden, namentlich die 
Zeichnungen an den kunftverftändigen Kaifer Rudolph 11., 
der Dürer fo fehr verehrte, tibergingen, blieben die zweifel- 
haften Stücke zurück und vermehrten {ich noch 9). lnsbefondere 
Dürer, 
I) v. Eye, 
Nr 9 etc, 
Ueberflchtstafel 
2) Vergl. die Gefchichte der Im- 
hofPfchen Sammlung bei Heller a. 
a. O. 71-86.
        

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