Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650105
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VII. 
Die 
hfalerwerkfiatt ; 
F älfcher. 
und 
Gefallen 
vorausfetzen möchte. Aehnliche Schwierigkeiten aber bietet 
die Erklärung noch eines Altares, deffen bekannte Bruch- 
ftücke allgemein Dürer zugefchrieben werden; ich meine den 
Jabaclffchen Altar, fo genannt nach feinem ehemaligen Befitzer 
in Köln. Ein Mittelftück von demfelben ift nicht bekannt, 
es beftand vielleicht in einer Holzfculptur. Die Innenfeiten 
der Flügel zeigen auf Goldgrund paarweife die Heiligen 
Simon mit Lazarus und Joachim mit Jofeph; fie kamen aus 
der Boiffereefchen Sammlung in die Münchener Pinakothek  
Die Aufsenfeiten zeigten links Hiob, von feinem Weibe ver- 
höhnt und mit Waffer überfchüttet, rechts zwei feiner Freunde, 
die ihm zum Spotte auf Trommel und Clarinette auffpielen; 
jene gegenwärtig im Städeffchen Inftitute zu Frankfurt, diefe 
im Mufeum zu Köln. Eine fpätere colorierte Zeichnung nach 
der Aufsenfeite des gefchloffenen Altares, darunter noch eine 
Predella mit dem in F rauengefellfchaft tafelnden Hiob von 
einem Meifter der CranachTchen Schule befindet {ich auf 
dem Berliner Kupferftichcabinet. Ob Dürer die Zeichnungen 
zu den Flügelbilderzi des Jabach'fchen Altares geliefert hat, 
bleibt zweifelhaft; fie tragen bei aller Feinheit der Aus- 
führung doch nur im Allgemeinen das Gepräge feiner Schule 
an fich. Die Düreffchen Monogramme auf dem Bifchofsftabe 
des heil. Lazarus und auf dem Stabe Jofephs, letzteres mit der 
Jahreszahl I 52 3, find unecht. Auffallend find an den Figuren 
die gezierten Stellungen,  die trotzig vorfpringenden Profile 
und die verkrippten Gewänder. Die klare, flüffige Malweife 
erinnert zunleift an Kulmbach. Damit fteht freilich die obige 
Jahreszahl in NViderfpruch; denn fchon am 3. December 1522 
beftätigt der frühere Frohnbote Heinrich Pauer als Vormund 
der Verlaffenfchaft des Hans von Kulmbach den Empfang 
eines Reftbetrages für eine von jenem gemalte Tafel 2). Kulm- 
I) Cabinette Nr. 123 und 127. 
Lithogr. von Strixner. 
2) Nürnberger Stadtarchiv, Cons. 
30. fol. 506. Vergl. Neudörffer, 
Nachrichten, publ. von Lochner, Wien 
1875, in Quellenfclmriften für Kunß- 
gefch, Bd. X, S. 135. lm Jahre 1525 
macht ein Bürger von joachimsthal 
in Böhmen Anfprüche auf Kulm- 
bachs Hinterlaffenfchaft. jahrb. f. 
K, I. 224, 
        

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