Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1650071
Der 
PaumgärtnerYclle Altar. 
181 
nach Nürnberg zurückzubringen. An feiner alten Stelle in 
der Sebalduskirche am Pfeiler hängt eine alte Nürnberger 
Copie von dem ihresgleichen eigenthümlichen, wäfferig grün- 
lichen Tone. 
YVeitaus das bedeutendfte Werk- der eriten Malerwerk- 
ftatt Dürers und dasjenige feiner Schulbilder, an welchem 
er felbft am meifien Theil hat, iPt der PaumgärtnerTchc 
Altar aus der Katharinenkirche in Nürnberg, 1612 durch 
Herzog Maximilian I. erworben 1), jetzt in der Münchener 
Pinakothek. Das Mittelbild ftellt die Geburt Chrifti dar. 
Die Madonna, fehr blond und ganz in Blau gekleidet, kniet 
unter einem hölzernen Vorbaue neben Ruinen und blickt 
mit mütterlich beforgtem und doch glückfeligem Gelichts- 
ausdrucke auf das Chriftkind herab, das von fünf Kinder- 
engeln in kurzen Röckchen und mit bunten Flügeln umgeben 
ift. Von der anderen Seite kommt Jofeph in röthlichem 
Gewande mit der Laterne. Im Hintergründe eine heitere 
Landfchaft mit der Verkündigung an die Hirten, deren zwei 
bereits rückwärts in das Gebäude eintreten. An dem Holz- 
Pcänder in der Mitte ift Dürers Monogramm ganz unfcheinbar 
angebracht. Die beiden Seitenflügel zeigen je einen Ritters- 
mann, vor feinem Streitroffe Prehend, {lermuthlich die getreuen 
Bildniffe der Stifter, in voller RüPtung n1it rothem, fchwarz- 
verbrämtem Koller und rother Beinbekleidung. Der zur 
Linken foll, einer urkundlich durch nichts verbürgten Ueber- 
lieferung des XVII. Jahrhunderts zufolge, Dürers Freund, 
Herr Stephan Paumgärtner fein, der andere deffen Bruder 
Lucas. ßDas ift die Rüftung zu der Zeit in Deutfchland 
geweitr, fchreibt Dürer zur Jahreszahl 1498 auf das ganz 
ähnlich ausgeftattete Aquarellbild eines Reiters in der Alber- 
tina; das war die rothe Uniform  können wir wohl hin- 
zufügen,  in Welcher die Nürnberger Fähnlein 1499 unter 
I) Baader, Beiträge I. 12. Man 
erklärte das Werk damals in Nürn- 
berg für ein fchlechtes Gemälde, das 
nicht von Dürers Hand fei, Für die 
Katharinenkirche ward eine Copie 
angefertigt. Eine grofse colorierte 
Federzeichnung zum Mittelbilde be- 
findet floh im Britifchen Mufeum.
        

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