Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649910
Andere Nürnbergerinnen. 
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Rofentaler und Gärtner, ein im damaligen Nürnberg vor- 
kommender Familienname ift, fo ift wohl ficher nichts anderes 
dahinter zu fuchen. Dies bezeugt auch die Zufammenftellung 
jener Damen in der Anreihung der Abkürzungen: wdie Rech. 
die Ros. die Gäffm u. a. 1). Darnach verbietet es {ich aber 
von felbii, in diefer vRechenmeifterim und der ihr gewid- 
meten Caricatur fürder Dürers Frau erkennen zu wollen. 
Indeffen dürfen wohl auch die, allerdings derben Späfse, 
welche {ich Dürer über jene anderen Frauen erlaubt, nicht 
fo wörtlich genommen werden, wie fie uns heutzutage in 
ihrer Vereinzelung erfcheinen. Der Ton der Zeit, rauhe 
Männerart und launiger Uebermuth des Schreibers mögen 
den meiiten Theil daran haben; indefs die angezogenen 
Namen vielleicht ganz unbefcholtenen Perfonen angehören 2). 
Nicht wohl anders können wir dies z. B. von der Wieder- 
holt genannten Rofentalerin vorausfetzen, denn die Rofen- 
taler waren eine angefehene Familie in Nürnberg; iie waren 
zwar nicht rathsfalhig, wurden aber doch zu Aemtern gezogen 
und heiratheten in das Patriziat, bis {ie im dreißigjährigen 
Kriege mit Hasdrubal, dem Sohne Hannibals, ausftarben  
Das von Pirkheimer umworbene Mädchen wird wohl ein 
Glied diefer Familie gewefen fein; und Dürer traut ja dem 
Freunde damals Heirathsgedanken zu4). Noch hat {ich uns 
ein Medaillen aus Perlmutter erhalten, das aus dem Schmuck- 
käftchen jenes Mädchens zu Prammen fcheint, und das darum 
neben feinem Kunftwerthe hier einiges hiftorifche Intereffe 
in Anfpruch nimmt. Es zeigt auf der Vorderfeite eine Frau 
in der Tracht der Zeit, die einem auf fie zulaufenden Kinde 
die Arme entgegenftreckt, darüber eine Bandrolle mit der 
1) Dürers Briefe 20, I5, mit An- 
merkung. 
2) Dafür fpricht auch die Stelle, 
Dürers Briefe 21, 10, aus der her- 
vorgeht, dafs Pirklmeimer auch Dürers 
Frau bei feinen unfiätigen Scherzen 
nicht verfchonte. Die derbe Art, in 
welcher Dürer die fcherzhaft ge- 
meinte Drohung erwiedert, zeugt wohl 
von feinem Ehrgefühl, beweiil aber 
gar nichts gegen die Frau, welche 
Pirkheimem jedenfalls damals noch 
nicht fo abfcheulich vorgekommen 
fein mufs, 
3) Mittheilung Lochners. 
4) Dürers Briefe I0, 3.
        

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