Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649859
Pirkheimers 
Anklage. 
159 
fchaft bereits in Abfchlag zu bringen. Er konnte fomit 
wiffen, dafs die Dürerin bei diefem entfcheidenden Anlaffe 
ganz andere, als die von ihm gefchilderten Eigenfchaften an 
den Tag gelegt hatte. Und gegenüber diefer urkundlich 
beglaubigten Thatfache kann flch Pirkheimer nicht einmal 
auf eigene Beobachtung berufen, da er weiter unten gefieht: 
wer habe {ie feit Dürers Tode nie gefehena. 
Was wir aber von Dürers Befchäftigilng in den letzten 
Jahren feines Lebens wiffen, Himnit wenig zu Pirkheimers 
Angaben. Wir werden fehen, dafs Dürers Thätigkeit damals 
fchon längft nicht fowohl dem Erwerb, als dem gemeinen 
Nutzen, feiner Ruhmbegier und feinen litterarifchen Studien 
gewidmet war, über deren Einträglichkeit fich die Frau 
wohl keinen Täufchungen hingeben konnte. Wenn Pirk- 
heimer von jener Zeit noch berichtet, wer habe fie felbft 
Oft wegen ihres argwöhnifchen, fträflichen Wefens gebeten 
und 'f1e gewarnt; auch ihr vorgefagt, was das Ende hievon 
fein würde, aber damit habe er nichts anderes als Undank 
erlangtx, fo verräth dies nur einen alten Hafs zwifchen der 
Gattin und dem Freunde, der bei dem geringfügigfien Anlafs 
in helle Flammen ausbrechen konnte und unter dem Dürer 
allerdings auch gelitten haben mag. Ganz paradox aber 
klingt die darauf folgende Begründung: xDenn wer diefem 
Manne wohl gewollt und um ihn gewefen, dem iPc iie feind 
worden, was wahrlich den Albrecht auf 's Höchfle bekümmert 
und ihn unter die Erde gebracht hate. Der Gegenfatz 
zwifchen der iittenftrengen, vielleicht auch etwas befchränkten 
Bürgersfrau und dem patrizifchen Lebemann genügt ja voll- 
{ländig zur Erklärung ihres Zwiefpaltes. Was die Vorwürfe 
über die Schädigung von Dürers Gefundheit anbetrifft, fo 
mögen diefelben ganz gegenfeitig gewefen fein; und wer 
weifs, 0b die Dürerin nicht gerade aus folchen Gründen 
Urfache hatte, den vornehmen Freund, der die Gefellfchaft 
des kränklichen Gatten nicht entbehren konnte, mit fcheelen 
Augen anzufehen. Kaum aber hätte iie ihm gleicherweife 
vergelten können, was er ihr inmitten feinesiHaffes und
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.