Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649787
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Hausftand, 
und 
Heirath 
auch dort klagt, i) er habe bei allem feinem Machen, Verzehren 
und Verkaufen und anderer Handlung Schaden gehabt in 
den Niederlandem i), was wir bei näherer Betrachtung feines 
Gebahrens ganz erklärlich finden werden. Er war eben 
damals nicht mehr fo emfig auf Erwerb bedacht, wie etwa 
wohl in früheren Jahren. Konnte noch von einer Noth bei 
ihm die Rede fein, fo befiand diefelbe blos in der Sorge, 
wie er fein gefammeltes Barvermögen ficher und nutzbringend 
anlegen könnte. Er wandte {ich deshalb an den ehrbaren 
Rath der Vaterfiadt mit dem Gefuche, man möge ein Capital 
von IOOO Gulden, gegen eine Verzinfung mit 50 H. jährlich 
von ihm annehmen, wie er es auch nach Galli 1524 in der 
Lofungftube niederlegte 2). Es ift dies daffelbe Capital, deffen 
Zinfen Dürers Wittwe nachmals ein Jahr vor ihrem Tode 
einer Stiftung für Studenten der Theologie an der Univerfltät 
Wittenberg widmete zur grofsen Freude Melanchthons, der 
darüber an V. Dietrich fchreibt, dafs er Gott für diefe 
Förderung der Studien danke und dafs er diefe tapfere 
That der Wittwe Dürers vor Luther und anderen gerühmt 
habe 3).  
Da Dürer nämlich mit feiner Frau in einer vverfammten 
Eher d. i. in Gütergemeinfchaft lebte und ohne Leibeserben, 
wie ohne Tefiament verftarb, fo gelangte feine Wittwe in 
den Befltz des ganzen gemeinfchaftlichen Vermögens. Aller- 
dings fiel das Eigenthum eines Viertheiles vom Hab und 
Gut der beiden Eheleute nach dem Gefetze, xder Reformationrr 
der Stadt Nürnberg von 1522, an die beiden Brüder Dürers, 
Andreas und Hans; doch War die Wittwe nicht verpliichtet 
diefen vierten Theil vor ihrem Tode herauszugeben. Gleich- 
wohl fchlofs fie am 9. Juni 1530 mit Andreas Dürer, dem 
Goldfchmied und mit Caspar Altmülfteiner, Zaymmacher 
l) Diirers Briefe 129, 25. 
2) J. Baader, Beiträge z. Kunftg. 
Nürnbergs 1860. S. 3. Dürers Briefe 
etc. 51. 
3) nDe Durerianae viduae legato 
ago gratias DeO, quod studia. respicit. 
Praedicavi id xurägäwya apud Lu- 
therum et aliosa.  Epp, Melanch- 
thonis cura I0. Sauberli I, IV, p. 78. 
und Will, Gelehrtenlexicon I. 299.
        

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