Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649736
Knappe Wirthfchaft, 
147 
Schon an der Art, wie Dürer oben über feine Ver- 
heirathung berichtet, hat man fehr mit Unrecht Anftofs 
genommen. Das Gottvertrauen jener Zeiten hatte eben 
doch feine ganz beftimmten Grenzen. Die Ehewerbung 
durch väterliches Uebereinkommen war fiehende Regel, und 
es bliebe zu beweifen, ob unfere Vorfahren dabei fchlechtcr 
gefahren feien, als ihre Nachkommen, deren Ehen  ihrer 
Meinung nach  im Himmel gefchloffen werden. Nach der 
Verheirathung fcheint Dürer nicht, wie dies wohl in Nürn- 
berg Sitte war, das Haus feiner Schwiegereltern bezogen 
zu haben; vielmehr nahm er feine junge Frau mit in das 
väterliche Haus xunter der Veftenr. Dafs fie wenigftens 
im Jahre 1502 dort wohnten, erfehen wir aus Dürers Bericht 
über den Tod des Vaters, bei welchem die ßjunge Magd 
fchnell nach feiner Kammer lief, ihn zu wecken, und er 
herabkama 1). War Dürer bis dahin feinem alten, kranken 
Vater bereits eine Stütze gewefen, fo laftete nun die ganze 
Sorge um die Mutter und die jüngeren Gefchwifter auf ihm. 
Die Erhaltung der ganzen Familie mochte dem jungen 
Meifter nicht leicht werden, oder wie er 1506 felbPc aus 
Venedig fchreibt: wFür mich felbft würde ich freilich nicht 
verderben, aber Viele zu ernähren, ift mir zu fchwer; denn 
niemand wirft fein Geld wegrr 2). Bis dahin konnte Dürer 
allerdings keine Erfparniffe bei Seite legen. Vielmehr wiffen 
wir aus feinen Briefen an Pirkheimer, dafs er diefem ein 
Darlehen fchuldete. Gleichwohl tritt nach dem zweiten 
Aufenthalte in Venedig im Jahre 1506 ein günftiger Um- 
fchwung in Dürers Vermögensverhältniffen ein. Er berichtet 
uns felbft, wie er früher nie Gelegenheit zu grofsem Gewinne 
gehabt, wohl aber grofsen Schaden erlitten habe durch Dar- 
lehen, die ihm nicht zurückerftattet worden, und durch Ge- 
fellen, die ihm nicht Rechnung legten; auch fei ihm einer 
zu Rom geftorben mit Verluft der Kunflwaare. Dadurch 
war er denn foweit in Schulden gerathen, dafs der Ertrag 
Dürers 
Briefe etc. 
1342 
Dürers 
Briefe I2, 
10 "F
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.