Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649531
Zeichnungen. 
Spätere 
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Meifter verfuchte hier an einem gröfseren Ganzen die rein 
malerifche Auffaffung, die er fonft auf kleinere Einzelftudien 
angewendet hat. Wenn es noch eines Beweifes bedürfte, 
dafs Dürer ein Landfchafter im modernen Sinne, dafs er es 
mit Bewufstfein und in grofsem Mafsftabe gewefen fei, diefe 
Skizze konnte uns davon überzeugen. 
1m Allgemeinen find die breit behandelten, weniger leb- 
llaft gefärbten Landfchaftftudien jünger als die bunteren, 
forgfältig ausgeführten, die an Miniaturtechnik Ptreifen. Doch 
reicht auch die Entflehung der flüffig lavierten Aquarelle 
nicht weit über den Anfang des XVI. Jahrhunderts herauf. 
Zu den fpäteften gehören bereits jene landfchaftlichen Skizzen, 
die mit einer Jahreszahl bezeichnet lind; fo im Britifchen 
Mufeum eine mächtige, braune Felspartie von 1506, und in 
der Sammlung Hausmanns eine Felswand mit unbelaubtem 
Strauchwerk, blofs in Tufche und Biefter mit dem Pinfel 
angelegt, von I 510. Eine ähnliche Felfenpartie in der Künft- 
halle zu Bremen zeigt diefelbe Behandlung, aber noch in 
mannigfacherer Abtonung von Röthlich, Grünlich, Gelb und 
Grauweifs; rechts oben entfpringt eine Quelle, hie und da 
ift der Grund mit einzelnen Bäumen beftanden; darüber von 
Dürers Hand: "Steinpruch". Die gleiche Auffchrift trägt in 
derfelben Sammlung ein anderes Blatt, blos leicht mit der 
Feder in fchwarzer Tufche gezeichnet und dann mit dem 
Pinfel leicht übergangen, wobei die Tufche ins Fliefsen kam. 
Bemerkenswerth ift die Vorliebe Dürers für fchroffe Fels- 
abhänge. Das Aufragen der unwandelbaren Steinmaffen 
Wie die Regelloligkeit ihrer fcharfen Kanten Pcimmen gut zu 
der kühnen, immer beharrlichen und doch bizarren Gemüths- 
art des Meifters. Unabläffig fucht er diefen Formen bei- 
zukommen von dem noch etwas gefchnörkelten Reifefiudium, 
das wir oben abgebildet haben, bis zu dem erft erwähnten 
Steinbrüche, in welchem der natürliche Charakter der Bruch- 
flächen meifterhaft wiedergegeben ift. In feinen Compofitionen 
bringt er Steine und F elfengehänge gerne an und nicht 
leicht hat es ihm jemand in der Wiedergabe derfelben zuvor-
        

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