Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649474
Baumfiudien. 
ftärker pochendem Herzen nach dem Süden zogen, deffen 
Boden fo oft von deutfchem Blute getränkt wurde. Hier 
ragt ein Fels, gekrönt von einem feften Schloffe mit Thür- 
men und Mauern, die {ich bis in's Thal herab erftrecken, 
WO rechts ein Städtchen lichtbar wird; Oelbäume die 
Fülle rings um den Berg. Oben fteht von Dürers Hand: 
„Fenedicr klawfen." Die Zeichnung befindet fich im Louvre 
zu Paris. Eine andere Bergfefte mit grauem Gemäuer in 
der Sammlung Hausmann führt ebenfo die Auffchrift: „Ein 
welfch fchlofs"; es ift in grüner und röthlicher NVafferfarbe 
ausgeführt, der Berg felbft blos leicht angelegt. Ein ähn- 
liches Felfenneft ohne Auffchrift in der Bremer Kunfthalle, 
umgeben von Hügeln, Wald und Waffer, ift kräftiger coloriert, 
.mit Deckfarben im Baumfchlag. Noch ein anderes Bergfchlofs 
im Louvre ift auf Pergament gemalt, während die früher 
genannten Anfichten fammtlich auf Papier ausgeführt fmcl. 
Sehr merkwürdig und bezeichnend zugleich für die 
coloriftifche Begabung Dürers find mehrere Detailftudien 
nach Baumgruppen, die gleichfalls den Skizzenbüchern der 
Wanderfchaft angehören dürften. So zunächlt ein fehr hoher 
Lindenbaum auf dem Vorfprung einer Baftei ftehend, deren 
Böfchung links abfällt, jedoch in der Perfpective verzeichnet 
ift. Auf der fteinernen Bank, die längs der Mauerbrüftung 
hinläuft, {itzt im Hintergrunde ein fchwarz gekleideter Mann, 
vielleicht ein Gelehrter, ein anderer {teht unter dem Baume 
felbft, der bläulich grün mit grauen Schatten fein in Tempera 
auf das Pergament gemalt ift. Das Blatt ift im Befitze des 
H. Alfred R. v. Franck in Graz. Ein Seitenftück dazu mit 
drei ähnlichen Bäumen in der Kunfthalle zu Bremen zeigt 
genau die gleiche Ausführung. Eine breitere, malerifche 
Behandlung entwickelt Dürer in dem Studium von zwei reich 
belaubten Baumgruppen auf Papier in der Hausmann'fchen 
Sammlung; diefelben lind fehr flüffig mit Wafferfarben an- 
gelegt. Von den rückwärts gegen einander tretenden lichten 
Bergen bis zu der vorne mitten im Gebüfche liegenden 
fonnigen Wiefe ift eine fo reiche Abftufung grüner Farben-
        

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