Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649456
Tirol. 
Anfxchten aus 
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alle jene Anfichten in eine frühe Periode. Denn feit dem 
Jahre 1503 etwa hat der Meifter nicht leicht eine nur 
einigermaßen ausgeführte Zeichnung von der Hand gelegt, 
ohne ihr Monogramm und Jahreszahl mit auf den Weg zu 
geben. Die meiften jener Lanclfchaften oder Baumftudien 
flnd aber mit mehr oder minder deckenden Farben, theils 
auf Papier, theils auf Pergament fo forgfaltig ausgeführt, wie 
wir aus Dürers fpäterer Zeit wenig dergleichen aufzuweifen 
haben. Es ift nicht wohl denkbar, dafs er gerade in den 
Landfchaften fo confequent eine Ausnahme von der gewohnten 
Art der Bezeichnung gemacht hätte, wenn diefelben in einer 
anderen, als in jener früheften Epoche entftanden wären, da. 
er fein bekanntes Monogramm noch gar nicht angenommen 
hatte. In der Folge wird er in feinen Studien nach der 
Natur immer breiter und flüchtiger. Er verzichtet fodann 
auf die Wiedergabe der Farben in der Landfchaft und giebt 
diefelbe höchftens in lavierter Federzeichnung wieder; noch 
fpäter begnügt fich Dürer, Landfchaften mit dem blofsen 
MetallPcifte oder mit der Feder zu fkizzieren. 
Dazu kommen noch äufsere Gründe allgemeinerer Natur. 
Im Jahre 1505 ging Dürer in Gefchäften und mit ganz 
beftimmten Abfichten nach Venedig; er führte allerlei Kunft- 
waare, felbil Gemälde mit fich. Er reifte dann ohne Zweifel 
zu Pferde mit einem jener Güterzüge, die zwifchen Nürnberg 
und Venedig verkehrten, und hätte, auch die Luft dazu 
vorausgefetzt, kaum die lVlufse zur Vollendung miniaturartiger 
Naturaufnahmen gefunden; denn fo rafch ihm auch die Arbeit 
von der Hand gieng, oft gehörten doch nicht nur Stunden, 
fondern ganze Tage zu deren Ausführung an Ort und Stelle. 
Auch liegt uns unter fammtlichen Arbeiten, welche Dürer 
um das Jahr 1506 fertigte, kein Beifpiel einer folchen Fein- 
malerei in Tempera oder Guafche vor, während fchon aus 
den oben angeführten Werken erhellt, dafs fich Dürer auf 
feiner Wanderfchaft einer folchen Technik bediente. Nicht 
der fertige Künftler, der in einer wichtigen Gefchäftsreife 
begriffen iPc, fammelt minutiöfe Studien in feiner Mappe,
        

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