Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649314
Malerei  
Venedigs 
107 
Auch nach deffen Tode arbeiten die Brüder Antonio und 
Bartolommeo Vivarini in der alten Weife weiter. Nicht 
blos die reichen gothifchen Umrahmungen, fondern auch die 
davon eingefchloffenen Gemälde ihrer Altarwerke zeigen ganz 
mittelalterlichen, nordifchen, um nicht zu fagen deutfchen, 
Gefchmack. Und merkwürdiger Weife gilt daffelbe auch 
noch von dem einzigen größeren Werke, das uns von 
Francesco Squarcione in Padua authentifch überliefert ift; 
es ift der Altar des heil. Hieronymus, den der Meifter ur- 
kundlich 1449-1452 für die Familie Lazzara vollendete 
und der {ich jetzt in der Gallerie zu Padua befindet. Kaum 
dafs uns eine Ruine mit einfachem Rundbogen auf zwei 
rothen Porphyrfaulen im Hintergründe oder die rohen vier- 
eckigen Pofiamente der in den Seitenfeldern {iehenden 
Heiligen eine fchüchterne Andeutung davon geben, dafs das 
Auge des Meifiers für Reite des Alterthums nicht ganz 
verfchloffen fei. Darnach zu fchliefsen, kann das Verdienfi, 
welches {ich F rancesco Squarcione um die Einführung des 
Studiums der Antike erworben haben foll, nur ein rein 
theoretifches gewefen fein. Von dem Wiffen, das er {ich 
auf weiten Reifen erworben hatte, von den Kunfiwerken 
und Gypsabgüffen, die er fammelte, machte erPc fein 
Adoptivfohn und Schüler Andrea Mantegna (geb. 1431, geft. 
1506) den richtigen Gebrauch. Er allein ifi der Schöpfer 
des grofsen paduanifchen Renaiffancefiiles, in welchem er 
bereits während der fünziger Jahre die Ausmalung der 
S. ChriPcoph-Kapelle bei den Eremitani vollendete. Erft 
Nlantegna vertiefte die Bildfiäche zu täufchender Räumlich- 
keit und belebte diefelbe mit leibhaftigen, handelnden Ge- 
Halten. Mit derfelben Freudigkeit, mit welcher die nordifchen 
Maler auf die Wiedergabe der einmal gefchauten Natur- 
gegenfiände ausgingen, zog er im Verein mit gelehrten 
Freunden dem Studium der antiken Denkmäler nach, deren 
{ich damals in Oberitalien noch eine weit gröfsere Anzahl 
erhalten hatte als heutzutage. Die Blüthe der philologifchen 
und mathematifchen Wiffenfchaften an der Univerfität Padua
        

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