Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649250
Bafel. 
Colmar, 
IOI 
der Wolgemuffchen nicht wefentlich verfchieden und erhob 
fich, fo wie diefe, felten zur feinften Ausführung. Die 
gewaltige Erfindungsgabe Meifter Martins aber und die Be- 
handlung feiner Kupferflziche waren Dürer nicht mehr neu, 
er hatte beides bereits in feiner Lehrzeit bewundern und 
nachahmen gelernt, er hatte vermuthlich an manchen der 
durch Wolgemut veröffentlichten Schongaueffchen Nachfliche 
felbP: mitgearbeitet und dabei zuerit feine technifche Fertig- 
keit im Stechen gebildet. SelbPc wenn er in unmittelbaren 
perfönlichen Verkehr zu dem grofsen Meifter der Colrnarer 
Schule getreten wäre, fo würde von deffen zarter Emplindungs- 
art kaum etwas bei Dürer haften geblieben fein. Der junge 
Nürnberger hatte bereits herbere Kolt genoffen; er war an 
Wolgemuts Hand aus der Seelenmalerei heraus fchon einen 
Schritt weiter in die Naturauffaffung vorgedrungen, nach der 
die Zeit hindrängte. Er konnte Schongauers Schüler nicht 
mehr werden, weil er bereits fein Enkelfchüler war. 
Noch ein Menfcheilalter früher hätte der lernbegierige 
deutfche Kunftjünger rheinabwärts wandern müffen. Damals 
war auch der Vater Dürers als Goldfchmied, und vermuthlich 
auch Michel Wolgemut, der Maler, zu den grofsen Künftlern 
in den Niederlanden gezogen, die durch ihre tiefe Erfaffung 
der Wirklichkeit und den Reichthum ihrer technifchen Mittel 
an der Spitze der neueren Kunftbewegung ftanden. Im Jahre 
1449 gieng Rogier van der Weyden nach Italien, nicht um 
dort zu lernen, fondern um durch feine vollendete Künft- 
fertigkeit dort zu glänzen. Hugo van der Goes lieferte 
fpäter noch der Familie Portinari den Altar in S. Maria 
Nuova in Florenz, und Juftus van Gent malte 1474 fein 
Abendmahl für S. Agata in Urbino. Antonello von Meffina 
dagegen kam, wenn auch nicht 1440 nach Brügge zu Jan 
von Eyck, fo doch fpäter nach den Niederlanden, um das 
Geheimnifs der Oelmalerei und des flämifchen Colorits 
fich anzueignen und es dann nach Venedig mitzubringen, 
wo er um I496, etwa 50 Jahre alt, fiarb. Hatten fomit die 
Berührungen mit dem Norden anfangs blos eine Rück-
        

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