Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649235
Am 
Oberrhein. 
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Dafs diefe Befchreibting nicht einer deutlichen urfprünglichen 
Bezeichnung der offenbar kleinen Bildniffe entlehnt ift, geht 
daraus hervor, dafs das Inventar von 1580 Pcatt Mit zu 
Strafsburg fein Meifter gewefenrr, befagt: what's ein alter 
Meifler von Strafsburg gemachta, mit Weglaffung der be- 
denklichen Jahreszahl bei der Frau. Obwohl- uns die fo 
befchriebenen Bildchen längft verloren gegangen find, flimmt 
doch die wenig dauerhafte Ausführung in Oel auf Pergament 
fo fehr zu der früheften Malweife Dürers, dafs {ich die Ori- 
ginalität derfelben und fomit die Beglaubigung jeneröNach- 
richt ganz im Allgemeinen annehmen läfst. Nur dürfte die 
Jahreszahl ungenau überliefert fein. Vielleicht wurde diefelbe 
einmal verlefen Pcatt 1490 oder 1491, denn wenn Dürer 1492 
von Colmar nach Bafel gegangen, fo ift kaum anzunehmen, dafs 
er fpäter wieder in der tnngekehrten Richtung nach Strafsburg 
gekommen fei, auch dafs er überhaupt nicht weiter in die 
Welt gefchweift und fich bis 1494 blofs in den Rheingegenden 
aufgehalten haben. 
In die Zeit feines Aufenthaltes dafelbPc dürften zwei in 
Wafferfarben emflg ausgeführte Zeichnungen der Albertina 
fallen, welche die beiden einander gegenüberftehenden An- 
fichten eines unbekannten länglichen Stadtplatzes wiedergeben. 
Auf einen ganz unbegründeten Ausfpruch Hellers hin hat man 
darin bisher die Ausficht aus dem erft 1409 von Dürer an- 
gekauften Wohnhaufe auf dem Thiergärtner Thorplatze fehen 
wollen. Mit Letzterem hat die Lage des hier dargeftellten 
Platzes nichts gemein, fo wenig, wie die Architektur der 
Gebäude dem alten Nürnberg angehört. Das Urbild diefer 
gedrückten Laubenbögen, der Riegelwände, des reichen 
Zinkengiebels, des von unten auffteigenden mehrfeitigen 
EfkCfthLlYlnCS mit den Freitreppen möchte am ehePten im 
weftlichen Deutfchland zu fuchen fein. Die Linien der Ge- 
bäude find urfprünglich nach dem Richtfcheit mit Kohle 
vorgeriffen, dann mit genauer Beachtung des Materials ziem- 
lich kräftig colorirt. Die Perfpective ift. mangelhaft und leidet 
unter der i-Xnnahme eines zu hohen Horizontes. Diefe Schwäche
        

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