Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Dürer
Person:
Thausing, Moriz
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1647765
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1649132
Traut. 
Hans 
Dürer_ 
91 
über Wolgemuts Schickfal, doch erfcheint er bis zu feinem 
Tode 1519 noch alljährlich in den Bürgerbüchern  
Es gibt keinen g-Xnhaltspunkt dafür, dafs neben Michel 
Wolgemut noch ein anderer Meifter irgend einen mafs- 
gebenden Einflufs auf Dürers erfte Entwickelung genommen 
hätte. Doch fei um der Vollftändigkeit willen noch eines 
alten Nürnberger Malers gedacht, deffen Andenken Dürer 
auch in Ehren hielt. Es ift Hans Traut, der 1477 in den 
Bürgerbüchern genannt wird und fpäter erblindet fein folli). 
Dürer befafs von ihm einen grofsen S. Sebaftian, mit der 
Feder ungemein plaflifch gezeichnet und mit ein wenig 
Farbe fchraffierend getufcht und gehöht. Er Pceht an den 
Baum gebunden auf einem achteckigen Poftament, hat einen 
länglichen, jugendlichen Kopf lächelnd mit hochgefchwtingenen 
Brauen, dabei noch grofse Hände und Füfse mit langen 
Zehen; fonst aber iit die Anatomie gut, die Ausführung 
vortrefflich. Dürer fchrieb unter die Zeichnung, die fich in 
der Univerfltätsbibliothek zu Erlangen befindet: vDz hatt 
Hans Trawt zw Nornmerchkg gemachte Der Meifter kenn- 
zeichnet {ich als ein gemäfsigter Anhänger von Wolgemuts 
Richtung, weniger fchroff von der Gefchmacksrichtung der 
älteren Nürnberger Schule gefchieden. Ihm fcheint eine 
Folge von Gemälden aus dem Leben des heil. Veit im nörd- 
liehen Seitenfchiff von S. Lorenz und zwei davon im Ger- 
manifchen Mufeum anzugehören 3). 
 
r) Die Annahme, dafs jener Michel 
Wolgemut, deffen Kinder 1532 noch 
unter der Vormundfchaft des Gold- 
fchmiedes Jobß Eyfsler ftanden, mit 
unferem Meifter identifch fei, und 
dal's die Malerswittwe Chriftina WVQI- 
gemutin, welche noch fpäter erwähnt 
wird, deffen zweite Frau gewefen fein 
könnte, bleibt unwahrfcheinlich, fo 
lange das freilich nicht urkundlich 
belegte Geburtsjahr 1434 aufrecht 
fleht. Eher liefse {ich da an den 
gleichnamigen Maler Michel Wol- 
gemut denken, der 1530 in Krems 
verftirbt, worauf dann deffen Mutter 
und Verwandte in Nürnberg die Ver- 
laffenfchaft begehren. Baader, jahr- 
bücher f. Kunftw. I, 225; deiTelben 
Beiträge lI, 42, Vergl. dagegen 
Lochner, Perfonennamen 28, 29 und 
Quellenfchriften für Kunfigefch, X. 
128-130. 
2) Baader, Beiträge I, 2. Neu- 
dörffer, Nachrichten 39, 
3) Beflätigt {ich diefe meine Ver- 
muthung, fo wäre daran die andere
        

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