Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1660090
Abschnitt. 
Die Werke 
Goldschmiedekunst. 
Gestalt dieser Siegellläche vor. Diente der Ring nicht zum Siegeln, 
so war in dem Kasten unter dem Stein Wohl eine kleine Reliquie 
verborgen. Als eine Besonderheit der Ringe der gothischen Periode 
lernen wir die Neigung kennen, den Stein auf einen sehr hohen 
Kasten oder Stiel zu setzen, so dass dieser Teil des Ringes über- 
mäfsig stark vor der Hand vorspringt. Ein merkwürdiges Beispiel 
dieser Art mit zwei Drachenköpfen, welche, aus kronenartigern Ornament 
hervorsteigend, den Stein rechts und links halten, besitzt das Louvre- 
Museum. Einen sehr schönen Ring von vergoldetem Silber, bei 
welchem namentlich das überleitende Ornament beachtenswert ist, 
und der Stein durch einen a jour gearbeiteten Drachentöter St. Georg in 
einem Kranz ersetzt wird, bildet Viollet-le-Duc a. a. O. III, p. 22 ab. 
Der Kopfschmuck gehört namentlich soweit er das weibliche 
Geschlecht angeht mehr in die allgemeine Kostümgeschichte als zu 
unserem speziellen Stoff; auch soll 
x nicht versucht werden, den Extra- 
 Z1 x Q vaganzen der Mode nachzugehen, 
if    vwelche das I5. Iahrhundert in den 
 weiblichen Kopfbedeckungen zu 
  Tage förderte. Erwähnt sei nur, 
  ' dass diese Turbane, Wülste, Spitz- 
 -   hauben etc., von denen man manch- 
  s y mal nicht begreift, wie die Kraft 
  v;  einer Frau ausgereicht hat, um sie 
 ; auf dem Haupt im Gleichgewicht 
  E: zu halten, über-reich mit Perlen, Gold- 
  X xxd, flitter, Goldstickerei und Passe- 
.g    19. menterie, oft sogar, wenn man den 
 "i" bildlichen Darstellimgen der Zeit 
 Fig- 31- KOPfSChmWZk (Schapellflach Glauben schenken darf mit Kronen 
einem Bilde von B. Bruyn m der Münchener  ' 
Pinakothek. oder kronenartigen Kämmen aus 
massivem Metall besetzt waren. 
Was uns hier näher angeht, sind die Stirnreife, welche das ganze 
Mittelalter hindurch bei unbedecktem Haupte von den Frauen, und 
lange Zeit hindurch auch von den Männern getragen wurden. Zunächst 
nur dem Zweck dienend, die Haare aus dem Gesicht zurückzuhalten, 
wurden sie bald zum Schmuckgegenstand; doch verleugnen sie während 
des I2. und 13. Jahrhunderts die ursprüngliche Reifenform nicht. 
Sehr beliebt waren übrigens auch Blumenkränze, und es ist anzu- 
nehmen, dass der goldene Stirnreif sehr bald seine Formenmotive 
von diesem zierlichen F estschmuck entnahm. Wenigstens ist die Form 
aneinandergereihter Blumen oder Rosetten eine bei den Stirnreifen 
sehr gebräuchliche (s. Hefner-Alteneck). Diese Reifen oder "Schapel" 
(Chapel) wurden entweder ganz aus Metall gefertigt, oder die einzelnen 
Goldblumen wurden auf eine gewirkte Borte aufgeheftet. In diesen
        

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