Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1660063
Das 
Geschmeide. 
Im Mittelalter. 
höfischen Tracht der Männer die Ordens- und Gnadenkette in Auf- 
nahme. Wir werden über diese, sowie über die Schützenketten, die 
SiCh weit in die Zeit der Renaissance hineinziehen, später kurz im Zu- 
Sälmmenhang sprechen. Erst die burgundische Zeit bereichert ge- 
legentlich das Kostüm der Kavaliere mit goldenen Halsketten, meist 
VOn schwerfi-illiger Form, Welche entweder einen Anhänger tragen oder 
mit ausgeschnittenen Metallbommeln behängt sind. Ein späteres 
Porträt Ludwigs des Strengen von Bayern (1229-1294) in burgun- 
dischem Kostüm, in Schleifsheim befindlich, zeigt diesen Schmuck, der 
in etwas veränderter Form auch auf den Burgunder Teppichen in 
Bern vorkommt. (Fig. 29.) 
Fi8' 
Burgundische Halskette von einem Fürstenporträt in Schleissheim. 
Die Halsketten der Frauen, deren allgemeineres Auftreten kaum 
V01" Ende des I4. Jahrhunderts nachzuweisen ist, und die im Mittel- 
alter niemals jene Übertreibung erfahren, der wir zur Zeit der Re- 
naissance begegnen werden, bestehen meist aus dünnen, geflochtenen 
Schnüren von Golddraht, auch wohl aus Perlenketten, die ursprüng- 
liCh nur einmal den Hals ziemlich hoch umfassen, später sich ver- 
doppeln und ihren Platz tiefer nach der Schulter zu erhalten. Diese 
Kettchen haben wohl meist einen Anhänger, oft in Form eines 
Kreuzes getragen. Ganz vorübergehend wurden auch eng um den 
Hals gelegte Ketten aus Perlen oder kleinen Gliedern getragen, als 
11m 1400 die Mode hoher Stehkragen am Untergewand diese An- 
Wendung begünstigte. Armbänder sind dem Schmuck des Mittel- 
alters vollständig fremd; die während dieser ganzen Periode getragenen 
langen Ännel waren einem Schmuckstück nicht günstig, welches die 
blofse Habt als Unterlage fordert. Ornamentierte Ringe um den 
Überarm, die auf Abbildungen uns nicht selten begegnen, sind als 
goldgestickte Litzen und Borten aufzufassen, die gewiss häufig mit 
Perlen, Steinen und Goldornamenten besetzt waren, doch aber, da 
Sie auf den Ärmel aufgenäht waren, keinen Anspruch auf den Namen 
von Armbändern baben_ Die einzige Anwendung der letzteren finden 
Luthmer, Gold und Silber. 6
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.