Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659940
Das 
Geyschmeide. 
c. Im Mittelalter. 
scheinlich unter dem Einfluss nordischer Völker, ist dann der Ring, welcher 
nicht geschlossen in spiralischen Windungen eine Schlange darstellt; 
das Museum der Eremitage besitzt davon ein gutes Beispiel. Von 
den Ringen mit kleinem Schlüssel, dem Abzeichen des römischen 
Familienvorstandes, war oben bereits die Rede, ebenso wie von den Gold- 
ringen die zur Zeit der punischen Kriege ein Vorrecht des Ritter-Standes 
waren. Von den Karthagischen Kriegern wird erzählt, dass sie durch 
die Zahl der an der linken Hand getragenen Ringe die Anzahl ihrer 
Feldzüge bezeichneten. Über den Gebrauch der Fingerringe in späterer 
Römerzeit ist noch zu berichten, dass derselbe, wie jeder Luxus, aus- 
artete, sodass nicht nur sämtliche Finger mit Ausnahme des Mittel- 
fingers mit Ringen gepanzert waren, sondern dass die Elegants sogar 
zwischen leichten Sommer- und massiven Winterringen die Wahl 
hatten. 
Der 
Schmuck 
im 
Mittelalter. 
Weit gröfsere Schwierigkeiten als bei den Zeiten des klassischen 
Altertums begegnen uns bei der Geschichte des mittelalterlichen Ge- 
schmeides. Der Hauptgrund hierfür ist darin zu suchen, dass das 
letztere sich stets als ein Teil des Kostüms darstellt und dass die Form 
des Kostüms im Mittelalter den allergröfsten und eingreifendsten 
Veränderungen unterworfen war. Der Antike war, wenigstens so weit 
unsere Kenntnis reicht, der Begriff der Mode in unserem Sinne fremd. 
Im Mittelalter tritt dieselbe als ein wichtiger Faktor in die Kultur- 
geschichte ein und veranlasst die Tracht in immer kürzer werdenden 
Intervallen zu Änderungen, von welchen jede neue meist der extreme 
Gegensatz der vorigen ist. Wenn das Geschmeide schon seines 
gröfseren materiellen Wertes wegen diese Änderungen nun auch nicht 
ebenso rasch mitmachte, so bietet bei dem immerhin schnellen Wechsel 
doch das Wenige, was uns davon erhalten ist, von Karl dem Grofsen 
bis zum 'Ausgang des Mittelalters eine so bemerkbare Verschiedenheit 
der Formen, dass man schon der geringen Zahl vorhandener Bei- 
spiele gegenüber darauf verzichten muss, eine erschöpfende Übersicht 
über die Formveränderung im Schmuck dieser Zeit zu gewinnen. 
Am meisten wird hierbei schon durch den Zweck dieses Buches der 
Weg vorgezeichnet sein, für die verschiedenen Epochen einzelne 
charakteristische Stücke herauszugreifen und diese als Typen für ganze 
Zeitperioden gelten zu lassen. 
Für die frühesten Zeiten des abendländischen Mittelalters stehen 
uns noch die Gräberfunde, und diese sogar in ziemlich reichlicher 
Zahl zu Gebote. Später, etwa von der Zeit der ersten Kreuzzüge 
an, werden dieselben jedoch äufserst selten, und wir müssen die
        

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