Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659792
Abschnitt. 
Werke 
Die 
Goldschmiedekunst. 
Die eigentümlich strenge, gesetzmäfsige Ornamentik der Ägypter, 
namentlich die verschiedenen reizvollen Verwendungen der offenen 
und geschlossenen Lotosblüte erscheinen hierbei in schönster Anwen- 
dung. Von sonstigem Ringschmuck ist das Stirnband zu erwähnen, 
welches in verschiedenster Weise, als glatter Metallring oder aus ein- 
zelnen blütenartigen Bildungen aufgereiht, sehr häufig bei Personen 
aus Königsgeschlecht mit dem symbolischen Bild der Urans-Schlange 
geziert, auftritt; auch hierbei scheint die Verwendung von Email oder 
eingesetzten Glasflüssen ganz allgemein. Andere eigentümliche Hauben 
und Kronen gehören mehr zum Kostüm als auf unser Gebiet. Nicht 
minder allgemein scheint der Gebrauch der Armringe gewesen zu 
sein. Wir linden sie als glatte Reifen, die in einzelnen Zonen mit 
Emailornament, oft auch mit den beliebten allegorischen Tierfiguren 
in verschiedenen Anordnungen geschmückt sind. Über den Finger- 
ring, der sich hier in seiner ursprünglichsten Bedeutung weniger als 
Schmuck denn als Symbol erkennen lässt, werden wir unten im Zu- 
sammenhang zu sprechen haben. Als hauptsächliches hängendes 
Motiv sind die Ohrgehänge zu bezeichnen, die im wesentlichen die 
einfachste, uns später noch beschäftigende Form besitzen: einen ring- 
förmigen, zum Durchstecken durch das Ohrloch bestimmten Haken, 
welchem ein kleines, blütenartiges oder symbolisches Gehänge ange- 
fügt ist, auch hier wie bei den anderen Schmuckarten mit Email und 
geschnittenen Steinen verziert. 
Alle uns überlieferten Originalschmuckstücke ägyptischer Her- 
kunft sind wie gesagt Gräberfunde. YVährend daher ihr Alter nicht 
in allen Fällen sicher zu bestimmen ist, liegt auf der anderen Seite 
der Gedanke nahe, in diesen Beispielen nur eine minderwertige Gat- 
tung von Schmuck zu sehen, der nach den Mustern des von den 
Lebenden getragenen eigens angefertigt wurde, um zum Totenschmuck 
zu dienen. Die Dünne des Goldes, eine gewisse schablonenhafte 
Mache bei vielen dieser Arbeiten, das Fehlen kostbarer Steine und 
häufiger Ersatz durch Glasflüsse möchte zu gunsten einer derartigen 
Vermutung sprechen. 
Den Schmuck der asiatischen Völker, Assyrier, Babylonier, Perser, 
Meder, der Juden und anderer vorderasiatischer Stämme müssen wir 
übergehen, da die teils bildlichen, teils litterarischen Überlieferungen 
ein zu knappes Material gegenüber der unermesslichen Geschmeide- 
pracht gewähren, die wir bei diesen orientalischen Völkem voraus- 
setzen müssen. Dagegen rechtfertigt der griechische und römisch- 
etruskische Schmuck, über dessen Verwandtschaft wir uns schon oben 
ausgesprochen haben, ein näheres Eingehen schon wegen des Einflusses, 
den Seine Motive auf die spätere Gestaltung des abendländischen 
Geschmeides ausübten.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.