Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659701
Die 
Schmuckmittel: 
Edelsteine, 
Elfenbein 
45 
Keuschheit hatte, mögen wohl auch auf die aus dem genannten 
Material gefertigten, in Silber gefassten Trinkgefäfse übergegangen 
sein. Die grofse und umfassende Verwendung, welche das Elfen- 
bein zur Kleinplastik überhaupt, namentlich aber zu Trinkgefäfsen 
jeder Form im Mittelalter, der Renaissance und der Spätzeit fand, 
sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt, während uns an den 
gegebenen Stellen in der historischen Darlegung Gelegenheit zu näherem 
Eingehen geboten werden wird.  
Von überseeischen Naturprodukten, die, von den Erforschern 
fremder "Weltteile heimgebracht, aufser der schönen Erscheinung des 
Materials auch noch den Zauber des Geheimnisvollen, Fremdartigen 
hatten, sei noch erwähnt das Horn des Rhinozeros, welches eine ähn- 
liche Verwendung wie der Elefantenzahn zu Kleinskulptur, angewendet 
auf Becher, Trinkhörner und Ähnliches fand. Ferner gehört hierher 
die Kokosnuss, die sowohl glatt, in dem Glanz ihrer schönen braunen 
Schale, wie auch mit geschnitzten Reliefs bedeckt, von der Zeit des 
späteren Mittelalters an überaus häufig vorkommt. Als ebenso be- 
liebt und häufig angewendet ist endlich das Straufseilei zu nennen, 
dessen dünne Schale zwar keine plastische Behandlung leidet, das aber 
wohl hier und da durch Ätzung gemustert, graviert und in bunten 
Farben bemalt vorkommt. 
Zum Schlusse sei noch erwähnt, dass nicht nur Naturprodukte, 
sondern auch menschliche Erzeugnisse, wenn sie nur durch Alter, 
geheimnisvolle Herkunft oder hohen WVert das Interesse erregten, dem 
Gold- und Silberschmied zum Fassen und Umformen als Zier- oder 
Trinkgefäfse übergeben wurden. Als Beispiele erwähnen wir kost- 
bare venezianische Gläser, Porzellan- oder Fayence-Gefäfse, die 
schon zu früher Zeit, lange vor der Eröffnung der Handelsbeziehungen 
zu Ostasien, auf irgend einem Karavanenweg aus Persien oder China 
nach Europa verschlagen waren. Endlich werden, wie ein hübsches 
Beispiel im Palais in Darmstadt zeigt, auch römische Funde, Sigillata- 
Schüsseln und dergl., in der Renaissancezeit einer ktinstlerischen 
Fassung in Edelmetall für wert gehalten.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.