Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659648
Schnnlckmittel  
Die 
Edelsteine. 
Von den Tugenden und Eigenschaften einzelner Steine?) erfahren 
wir folgendes: Der Diamant ist der Inbegriff aller Tugenden; vor 
allem verleiht er Beständigkeit und Kraft. Als abwehrendes Mittel 
hilft er gegen Pest, Schrecken, Schlaflosigkeit und verhindert ehelichen 
Zwist. Das I6. Jahrhundert hatte den sonderbaren Glauben, dass 
der Diamant "heckt".  Der Rubin gilt als Symbol des Glücks, 
als Vertreiber böser Gedanken und als Spezifikum gegen Gift. Der 
Hyazinth wird als Talisman um den Hals getragen und schützt als 
solcher vor Blitzschlag und Pestansteckung. Man schrieb ihm aufser- 
dem die Kraft zu, das Feuer zu verlöschen, auch in übertragenem 
Sinne dasjenige sündhafter Begierden. Letztere Eigenschaft machte 
ihn bei den ersten Christen zum Symbol des wahren Glaubens. 
Beim Amethyste verrät schon der Name, dass man in ihm 
einen Schutz gegen Trunkenheit sah, was seine Anwendung zu Trink- 
gefäfsen erklärt. Er stand bei den römischen Frauen in hohem An- 
sehen; man schrieb ihm die Kraft zu, seinem Träger Geistesgegen- 
wart zu verleihen und böse Gedanken zu bannen. Der Saphir war 
im Altertum als dem Zeus heilig ein sehr hoch angesehener Stein. 
Das Mittelalter schrieb ihm die Macht zu, verschlossene Thore und 
Fesseln zu öffnen. Der Jaspis hilft gegen Fieber und Wassersucht; 
der Achat gegen den Stich der Skorpione; aufserdem gewinnt er 
seinem Träger die Liebe der Frauen und die Achtung der Männer. 
Der Granat, der im Orient in hohem Ansehen stand, wurde 
pulverisiert als Mittel gegen Wassersucht angewendet; im Ring ge- 
tragen, schützt er vor bösen Träumen. Vom Topas glaubte das 
Altertum, dass er gegen Raserei Hilfe bringe, und schrieb ihm des- 
halb auch die Fähigkeit zu, das aufgeregte Meer zu beruhigen. Vom 
Turkis erwarteten die Perserkönige Schutz gegen Meuchelmörder; 
auch sollte er durch Veränderung seiner Farbe den XVechsel des 
Wetters andeuten. Der Onyx vertreibt Nachtgespenster; die Araber 
sahen dagegen in ihm den Erzeuger schwerer Träume und trauriger 
IStimmung. Im Mittelalter erwartet man von ihm die Aufrechthaltung 
des Friedens zwischen Eheleuten. Der Smaragd hingegen sollte 
eheliche Untreue verraten, indem er zerspringt; aufserdem schrieb 
man ihm Hilfe bei verschiedenen Krankheiten zu. Der einfarbige 
Achat machte den Athlet unbesiegbar, während dem Beryll und 
dem Opal medizinische Tugenden, ersterem bei Leber-, letzterem bei 
Herzleiden, zugeschrieben wurden. Das Katzenauge endlich schützte 
seinen Träger gegen Gespenster und Geldverluste, der H eliotrop 
aber verlieh ihm die Kraft der Weissagung. 
Dass die kostbaren und seltenen Edelsteine schon zu sehr früher 
Zeit durch Glasflüsse ersetzt worden sind, die man durch mineralische 
Beimischungen zu färben verstand, lehren uns die Gräberfunde aus 
Graesse in 
Museologie 
Zeitschrift 
1881.
        

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