Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659581
Die Schmuckmittel: 
Edelsteine. 
llß-Jf, des NVertes vom echten Rubin. Meist wird derselbe aus 
einer gelbroten Topas-Varietät durch Glühen hergestellt und hat blass- 
rote Farbe. Endlich wird noch als „böhmischer Rubin" ein 
Rosenquarz von hell-rosa Farbe und Härtegrad 7, und als falscher 
Rubin ein rosenrot gefärbter Flussspath bezeichnet.  
Der sogen. Balas-Rubin ist ein rosenrot bis lichtblaurot ge- 
färbter Spinell; unter letzterem versteht man die meist roten, aus 
Thonerde und Bittererde bestehenden Kristalle, die den gleichen 
Härtegrad wie Korund, und bei schöner Färbung auch den gleichen 
Preis wie Rubin haben; unter ihnen ist der tief-ponceaurote Rubin- 
Spinell zu nennen, der ebenfalls zu den Edelsteinen ersten Ranges 
rechnet. Die blaue Varietät des Korund heifst Saphir; er steht in 
Härte und Preis dem echten Rubin gleich. Auch bei diesem, vom 
tiefen Koniblumenblau bis ins Wasserblaue variierten Steine stehen die 
tiefgefärbten i1n höchsten Werte. Die rein berlinerblau gefärbten 
Saphire werden auch wohl "männliche", die blasseren, die bisweilen 
himmelblaue Streifen haben, "weibliche" genannt. Auch bei den 
Saphiren kennt man "brasilianische", die einer anderen Steingattung 
angehören und nur in der Farbe ähnlich sind: ein indißoblauer 
Turmalin (Härte 7) und lichtblauer Topas führen diesen Nacinen. 
Ebenfalls zu den Edelsteinen ersten Ranges gehörig ist der 
Smaragd, ein Beryll (Härte  der durch Chromoxyde die unter 
dem Namen "smaragdgrün" bekannte prachtvolle Farbe erhalten hat. 
Er kommt selten rein durchsichtig, häufiger mit Wolken und Sprüngen 
im Innern des Steines vor. Sein Wert steht bei ausgezeichneten, 
dunkel efärbten Exemplaren dem Rubin gleich. Die schönsten Sma- 
ragde Piefert Peru; doch gruppieren sich auch um den Smaragd eine 
ganze Anzahl ähnlicher Steine, die denselben Namen führen: so der 
"orientalische Smaragd", ein Korund von geringerer Schönheit der 
Farbe, der "brasilianische", ein Turmalin von gras-, oliven- oder pesta- 
ziengrüner Farbe, und endlich als „falscher Smaragd" ein Flussspat 
von scharf grüner Färbung. 
Ein grünlich-blauer, von dunkeln bis zu wasserhellen Nüancen 
vorkommender Stein führt den Namen "Aquamarin": es ist ent- 
weder eine Varietät des Korund oder, wenn er mehr ins Gelbgrüne 
geht, ein Beryll (Aquamarin-Chrysolith), ein Saphir oder ein Topas. 
Alle diese Varietäten nehmen eine Stelle zwischen den Edelsteinen 
ersten und zweiten Ranges ein. 
Als Chrysolith wird eine Gruppe von Steinen bezeichnet, die 
gelbe oder gelblich-grüne Farbe haben. Der wertvollste dürfte der 
"orientalische", ein Korund, sein; ebenfalls ersten Ranges ist der 
Chrysoberyll, mit einem Stich ins Grünliche. "Sächsischer Chrysolith" 
heifst ein gelber Topas, der zu den Edelsteinen zweiten Ranges ge- 
hört, während der eigentliche, als Spezies so benannte Chrysolith, 
ein Kieselerdekristall, in der dritten Rangstufe gezählt wird. Vierten 
Luthmer, Gold und Silber. 3
        

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