Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659576
Abschnitt. 
Technik. 
Die 
(s. oben) erfunden und an die Stelle der bis dahin beliebten Rosen 
und Tafelsteine gesetzt. 
Die Herkunft der Diamanten war bis zum Beginn des I8. Jahr- 
hunderts ausschliefslich Indien; schon der Verfasser des Periplus 
maris Erythraei, sowie Ptolemaeus und Plinius kennen dieses Land, 
speziell die Halbinsel Dekan, als Heimat des Diamanten. Hier mag 
der glänzende Stein seit undenklichen Zeiten gewonnen und zum 
Schmuck des königlichen Ornates verwendet, auch wohl als Auge 
den Götteridolen eingesetzt worden sein. Die mit den I2. Jahrhundert 
beginnenden Handelsbeziehungen zwischen Indien und dem Abend- 
land führten dann das kostbare Produkt in gröfseren Mengen nach 
Westen; Marko Polos Reisen trugen dazu bei, die Aufmerksamkeit 
des letzteren auf die Diamantgräbereien Indiens zu lenken. Erst die 
Entdeckung dieses Steines in Brasilien, welche ins Jahr 1727 fällt, 
that der indischen Produktion Abbruch: jedoch behielt Indien stets 
den Ruhm, die gröfsten Diamanten wie den berühmten Ko-hi-nur, 
den Orlow und andere historisch gewordene Steine ins Abendland ge- 
sandt zu ihaben, während die südamerikanischen Steine, wenn auch 
an Qualität den indischen nicht nachstehend, doch in wesentlich 
geringerem Gewicht vorkommen. Von der Ergiebigkeit der brasilianischen 
Gruben giebt die Notiz eine Vorstellung, dass in den ca. IOO seit der 
Entdeckung derselben verflossenen ]ahren über 13 Milionen Karat 
oder ca. 52 Zentner rohe Steine im Wert von 400 Millionen Mark 
gewonnen worden sind. Endlich ist zu diesen beiden Gewinnungs- 
stätten seit 1867 durch die Entdeckung der südafrikanischen Diamant- 
felder eine dritte hinzugekommen. Wenn die sehr schwindelhaften 
Spekulationen, welche sich anfangs an dieselben knüpften, auch der 
Wirklichkeit nicht vollkommen Stand gehalten haben, so ist immer- 
hin die Produktion bedeutend; leider hat der Kapdiamant häufig eine 
ins Gelbliche spielende Färbung, welche seinen Wert vermindert. Der 
Diamant kommt durchweg nur als Findling in Alluvialboden vor, 
aus welchem er ausgewaschen wird. Wo die Flüsse diese Arbeit 
schon geleistet haben, wird der Diamant auch aus dem Flussgeschiebe 
ausgelesen. 
Als Rubine werden eine ganze Reihe ihrer Natur, Härte etc. 
nach sehr verschiedener Steine bezeichnet. Der echte, oder sogenannte 
orientalische Rubin ist ein Korund, also von der dem Diamant am 
nächsten stehenden Härtestufe o, und auch in besonders schönen 
Exemplaren in der Schätzung demselben gleichstehend, ja sogar über- 
legen; feststehend ist letzteres für die Zeit der Renaissance. Seine 
Farbe wechselt vom tiefsten Dunkelrot bis ins hellste Rosenrot immer 
mit einem schwachen Stich ins Violblaue. Die dunkeln orientalischen 
Rubine werden am höchsten geschätzt. 
Unter sogen. brasilianischen Rubinen versteht man einen 
aus Südamerika stammenden Topas, vom Härtegrad 8 und etwa
        

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