Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659560
Schmuckmittel: 
Die 
Edelsteine. 
manten ritzen. Die uns am meisten geläufige Erscheinung ist die 
Wasserhelle, mit dem bekannten, das Auge unwiderstehlich fesselnden 
Glanze, doch gibt es neben den weniger geschätzten gelblichen, 
bläulichen Diamanten auch solche mit ausgesprochener Färbung: gelb, 
blau, rot, grün, braun und schwarz. 
Die Schätzung des Diamanten beruht auf seiner Reinheit der Schnitt- 
form und der Gröfse; die letztere ist hierauf von solchem Einiiuss, 
dass unter sonst gleichen Verhältnissen der Preis mit dem Quadrat 
des Gewichtes steigt. Nach einer, wie man sagt, altindischen Regel, 
die um 1600 auch in Europa allgemein angenommen war, berechnet. 
man den Wert der Diamanten nämlich, indem man das Gewicht, in 
Karat ausgedrückt, mit sich selbst, und dies Resultat mit dem zeitigen 
Marktpreis für das erste Karat multipliziert. So würde, den letzteren 
auf M. 400 angenommen, ein Stein von 2 Karat wert sein: 
zxzx4oozröooaßi. 
Natürlich ist der Marktwert des Diamanten zu allen Zeiten ein. 
Sehr schwankender und von den verschiedensten Faktoren abhängiger 
gewesen: Aufdeckung neuer Fundstätten, allgemeine Verarmung, wie 
nach dem dreifsigjäthrigen Kriege liefsen den Preis sinken, während 
eine bedeutende Zufuhr von Edelmetall, wie seit Mitte dieses jahr- 
hunderts, den Preis des Diamanten steigen liefs. 
Dass die Diamanten bereits der alten Welt als Schmucksteine 
bekannt waren, steht aufser jedem Zweifel, wie denn schon der seit 
dem 3. jahrhundert v. Chr. für diesen Stein angewandte Name 
Adamas (der Unbezwingliche) die Härte desselben rühmt. Doch ist 
es nicht sicher, 0b das Altertum verstanden hat, durch den Schliff 
die herrlichen optischen Eigenschaften dieses Steines zu entwickeln. 
In manchen Nachrichten über denselben ünden wir vielmehr die 
rohen Kristalle wegen ihres fast metallischen Glanzes gerühmt und 
unter dem Namen Siderites als Verwandte des Magneteisensteins be- 
trachtet. Erst die Berührung mit dem Orient, welche das Abendland 
durch die Kreuzzüge erhielt, scheint die richtige Schätzung des Dia- 
manten auch bei uns verbreitet zu haben. Von einer eigentlichen 
Diamantschneidekunst im Abendlande können wir erst von der Zeit 
Karls des Kühnen von Burgund an sprechen, als dessen bevorzugter 
Steinschneider Ludwig von Berquen bekannt ist. Von den zahlreichen 
Iuwelen dieses prunkliebenden Fürsten haben sich zwei nach unendlich 
wechselnden Schicksalen bis auf den heutigen Tag nachweisbar er- 
halten: Der "Sancy", 53112 Karat schwer, jetzt in englischem Privat- 
besitz und der „Florentiner", 1331j3 Karat, im österreichischen Kron- 
schatz. Beide haben doppelten rosenartigen Schliff, der von da ab 
sehr beliebt und namentlich in den sich früh entwickelnden hollän- 
dischen Schleifereien fast ausschliefslich in Mode war. Erst 
seit der Regierungszeit Ludwigs XIII. in Frankreich, also in 
der ersten Hälfte des I7. Jahrhunderts, wurde der Brillantschnitt
        

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