Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659533
Abschnitt. 
Technik. 
Die 
mannigfaltigen Lichtbrechung aus den übrigen Produkten des Mineral- 
reichs herausgehobenen Naturerzeugnisse dienen nicht nur zum Besatz 
von Geschmeide und Prunkgerät: sie bilden in häuhgen Fällen das 
hauptsächlichste Material der letzteren, und bieten Airlafs zu kunst- 
voller Fassung in Gold und Silber, die ihrerseits wieder mit Emaille 
und kostbaren Steinen geschmückt wird. 
Wenn es auch dem Zweck dieses Buches fern liegt, eine mine- 
ralogische Erklärung und Klassifizierung der Edelsteine zu geben, so 
ist doch eine kurze Aufzählung und Beschreibung der hauptsächlich 
als Schmucksteine verarbeiteten Edelsteine ebenso unerlässlich wie 
einige Andeutungen über den Schliff, die Fassung und die Mittel der 
Verschönerung derselben. 
Man hat zur Einteilung der Mineralien eine Härte-Skala von 
IO Nummem aufgestellt, deren 5 obersten die Halbedel- und Edel- 
steine umfassen und gleichzeitig für die Wertskala gelten können, so- 
weit nicht die besondere Seltenheit eines relativ weichen Minerals 
demselben eine Stelle unter den kostbaren Steinen anweist. Die 
fünf obersten Härtegrade werden bezeichnet durch: 
6. Feldspath, 
7. Quarz (Bergkristall), 
8. Topas, 
9. Korund (Saphir), 
IO. Diamant. 
Die Edelsteine werden fast durchweg in einem Zu- 
[I stande gefunden, der, wenn er auch kristallinische Form 
B zeigt, doch die Eigenschaften derselben nicht so zur 
Geltung bringen würde, wie es für ihre dekorative 
WVirkung wünschenswert ist. Hierzu dient der Schliff, 
der auf weicheren Steinarten, bei den sehr harten Gra- 
den auf Holz oder Leder mit Hülfe des Schmirgels, 
einer sandigen Form des Korund, beim Diamant end- 
12- lich mit seinem eigenen Staub ausgeführt wird. Die 
 Fonnen, welche die Steine bei dieser Bearbeitung er- 
halten, „der Schnitt" ist ein sehr mannigfaltiger. Seine 
Hauptformen sind folgende: 
l  I. Der Brillantschnitt, eine ziemlich neue Erfin- 
dung, die den Diamanten, sowie auch anderen ganz 
s durchsichtigen Steinen die höchste Entwickelung ihrer 
glänzenden Eigenschaften sichert. Er besteht Sölner 
5 Grundform nach aus zwei mit ihrer Basis zusammen- 
vfg.  hängenden vierseihgen abgestumpften Pyramiden, von 
i denen die obere stärker abgestumpft ist als die untere. 
Die obere heiIst das Oberteil (Dessus). Die untere 
die Kulasse (Dessous) die Kante mit welcher die 
Grundflächen zusammenstofsen die Rundiste; an dieser wird der
        

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