Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659524
2. Die 
Schmuckmittcl  
Nicilo. 
letzteren verwechselt wurde. Es ist die eigentümliche Technik einer 
Malerei hinter Glas unter Zuhilfenahme der Metallspiegelung, welche 
man mit einem wahrscheinlich korrumpierten, jedenfalls etymologisch 
noch nicht erklärten Namen als „eglomisiertes Glas" bezeichnet. 
Die Technik dieses „verres eglomises" ist ziemlich kompliziert und 
findet sich sowohl in ihren einzelnen Elementen wie in der gleich- 
zeitigen Anwendung aller vertreten. In letzterem Falle ist das Ver- 
fahren etwa folgendes: Auf der Rückseite einer Glas- oder Berg- 
kristallplatte, auch wohl auf der Hacheu Seite einer Halbkugel aus 
letzterem Material werden die Köpfe und sonstigen Fleischteile einer 
figürlichen Szene in miniaturartiger Feinheit gemalt, wobei natürlich 
die ganze Malerei in umgekehrtem Sinne, die Lichter und Konturen 
zuerst, ausgeführt werden muss. Dann werden andere Teile der Dar- 
stellung, etwa die Gewandung, Architektur des Hintergrundes oder 
dergl. in Vergoldung oder Versilberung angelegt, in welche die Zeich- 
nung, wie beim Kupferstich, mit der Nadel eingerissen wird, um 
Später, mit einem schwarzen Lack hinterlegt, als schwarze Schraffierung 
im Goldgrund zu erscheinen. Endlich wird das Ganze mit Zinn- 
oder Silberfolie hinterlegt, der man einen farbigen Metallglanz gibt, 
indem man die freigebliebenen Teile des Glases mit durchsichtigen 
bunten Farben bemalt. Die Schilderung der Entstehung dieser kleinen 
Kunstwerke kann keine Vorstellung von der zarten und doch präch- 
tigen Wirkung derselben geben, die derjenigen des Reliefschmelzes 
(s. oben) am meisten verwandt ist. Bei im ganzen seltenem Vor- 
kommen dieser fast nur auf Devotionalien, kleine Reliquien, Me- 
daillons u. dergl. beschränkten Technik weist dieselbe doch wahre 
Meisterstücke der Miniaturmalerei auf, deren Ausführung, statt in der 
überaus schwierigen umgekehrten Ordnung der Farben, man vielleicht 
so zu denken hat, dass die Köpfchen etc. in Deckfarben auf die 
Staniolunterlage gemalt wurden. Die Technik scheint eine Erfindung 
des späteren Mittelalters zu sein und soll (nach Minutoli) im Kloster 
Montecassino vorzugsweise geübt worden sein. Ziemlich verbreitet 
ist ihre Anwendung für Wappenunter dem F ufs oder im Deckel 
von Bechern des I6. Jahrhunderts. Die bedeutendste Sammlung von 
eglomisierten Gläsern findet sich nach Demnim in der Kollektion 
Azeglio in Turin; zahlreich sind dieselben in der Ambraser Sammlung 
vertreten. Die künstlerisch wertvollsten möchten sich in Frankfurt 
in der Sammlung W. Metzler und im Rothschildmuseum finden. 
Die 
Edelsteine. 
Den vornehmsten Schmuck der aus Gold und Silber gefertigten 
Geräte und Gefäfse bildeten zu allen Zeiten die Edelsteine. Diese 
von den Menschen wegen ihrer schönen Färbung, ihres Glanzes, ihrer
        

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