Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659448
Schmuckmittel: 
Die 
Email. 
bildet, so dürfen wir uns dem Zwecke dieses Buches entsprechend 
doch der Aufgabe nicht entziehen, in möglichster Kürze dem Leser 
eine Übersicht desselben zu geben, zumal das Email neben dem Edel- 
steinschmuck das wichtigste Mittel zu einer farbigen Ausstattung des 
Edelmetalls ausmacht. Indem wir auf diese Seite der Emaillierkunst 
das Hauptgewicht legen, wird es uns gestattet sein, die eigentlichen 
Maler- oder Limoges-Emaillen ganz kurz zu behandeln. 
Die Email- oder Schmelztechnik besteht in dem Überziehen der 
Metallflächen mit farbigen Glasflüssen. Die als Grundlage dieser letzteren 
verwendete farblose Glasmasse besteht aus Quarzpulver, Natron und 
Bleioxyd, ist sehr leichtflüssig und wird durch verschiedene Zusätze 
gefärbt. Als Färbemittel sind hauptsächlich zu nennen: Kobaltoxyd für 
Blau, Eisen- und Kupferoxyd gemischt, oder 
Chromoxyd für Grün, Mangan für Violett bis   
Schwarz, Antimon oder Chlorsilber für Gelb,  "k, 
Eisenoxyd für undurChSiChtigeS ROt, GOlClpUT-   ,A_bv_ B" v. 
pur für durchsichtiges Rot. Man unterscheidet Ö  "i 
nämlich wie bei der Malerei deckende und   
lasierende Farben, oder wie man hier sagt,  Ä 
Opake und translucide Farben, deren Unterschied   
in der Emailtechnik nur noch von weit gröfse-  
rer Wichtigkeit ist als bei der Malerei, weil bei  75.1  
den durchscheinenden Farben hier noch der    
Glanz des metallenen Unter rundes mit zur irfillfzilyi 
 g  tVWw-Wiv fixe.  
Wlrkung kommt. Der opake, weifse Glasfiuss  
wird durch Zusatz von Zinnsalz zur ursprüng-  
lich farblosen Glasmasse hergestellt; wie man  
in der Malerei jede Farbe durch Zusatz von   
Deckweifs zu einer Deckfarbe machen kann,  
S0 lässt sich mit Zusatz dieser weifs-opaken  
Glasmasse auch jede Farbe in eine opake ver-       
Wandeln. Bemerkenswert ist noch eine zwischen F'g'7' Kanne m  
Opak und translucid stehende, etwa dem sog. Milchglas entspre- 
chende Farbe, die schon bei den frühesten christlichen Emaillen, mit 
Vorliebe aber bei den Bijouterieen der Renaissance als Fleischfarbe 
Venrvendet wurde, wobei sie auf Rotgold aufgetragen eine äufserst zarte 
dem Gegenstand entsprechende Wirkung hervorbringt. 
Das Email kann auf Metall so aufgetragen werden, dass es die 
ganze Fläche bedeckt; in diesem Falle, den wir beim sog. Limoges- 
Email finden, ist das Email um seiner selbst willen da und stellt 
ein Miniaturgemälde auf metallenem Grunde dar; oder das Email 
hat den Zweck, Arbeiten aus Edelmetall zu schmücken, und wird in 
diesem Falle das letztere auch zur Geltung kommen lassen Lmd nur 
Zum Teil bedecken. Eine Verbindung beider Auffassungen finden wir bei 
dem sog. en-pleine-Email des I8. Jahrhunderts, welches bei Uhren,
        

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