Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659412
Abschnitt. 
Die Technik. 
Unterlagsmetall aufliegende Grundfläche des Edelmetalls um ein 
weniges breiter ist als die sichtbare Fläche; während diese Vorsichts- 
mafsregel hauptsächlich bei Einlagen von Gold in Silbergrund an- 
gewendet wird, genügt es bei Tauschierungen von Silber und Gold auf 
Stahl häufig, den Stahlgrund aufzurauhen wie einen ganz feinen 
Feilgrund und die Edelmetalle aufzuhäminern, ohne eine Rinne für 
dieselben auszuarbeiten; die Adhäsion des dünnen und weichen Blattes 
von Edelmetall auf der harten und rauhen Fläche ist hinreichend 
grofs, um die aufgehämmerte Zeichnung festzuhalten. Die Haupt- 
anwendung fand und findet diese aus dem Orient stammende Technik 
in der WVaffenschmiedekunst, in welcher sie von den spanischen Mauren 
mit gröfster Meisterschaft geübt und ihren christlichen Nachfolgern 
vererbt wurde. Unter diesen Arbeiten begegnen uns nicht selten 
solche, bei denen das Edelmetall nicht als glatte Fläche, sondern im 
Relief behandelt ist. Übertroffen werden jedoch alle diese Arbeiten 
von denjenigen der Chinesen und Japaner, die in der Anwendung 
dieser Technik auf Schmuck, Waffen, sowie auch auf eisemen und 
bronzenen Vasen das Höchste leisten. 
Das wichtigste Schinuckrnittel, welches Gold- 
In,  schmiedearbeiten in ihrem eigenen Material erhalten, 
giil ist das Filigran. Nicht nur, dass es als technische 
 Vorbedingung des Zellenschmelzes (s. unten) uralt 
 ist: seine gleichrnäfsige Verbreitung über die ganze 
 Erde, die den Gedanken an eine Übertragung von 
 Volk zu Volk beinahe ausschliefst, lässt es uns 
 v? sogar als eine der wenigen Ur-Techniken des Kunst- 
Qiilwlg: b  heinen 
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F39,  Das Filigran beruht auf der Ornamentbildung ver- 
 mittelst Drähten und Perlen aus Silber oder Gold, 
 ursprünglich auf einer festen Unterlage, spitter bis 
 in neueste Zeit mehr in durchsichtiger, siebartiger 
 Ausführiuig. Weil das Formenelement, der Draht, 
 auch sonst in der Edelschrniedekunst als Schmuck- 
41.991352? mittel häufiger Anwendung findet, ohne dass 
 3' man gerade von Filigran sprechen könnte, so wird 
Fig, 6_ eine kurze Mitteilung über seine Herstellung am 
Filigran des 13. Jahrh. Platze SeiIL 
Gold- und Silberdraht wird ebenso wie der aus andern Metallen 
gezogen: man stellt sich durch Abschneiden eines schmalen Riemens 
von einer Blechtafel, häufiger wohl durch Aushämmern eines stab- 
förmigen Gussstückes zunächst eine dünne Stange her, und lässt die- 
selbe die in bestimmter Abstufung enger werdenden Löcher des 
"Zieheisens" durchlaufen. Das aus dem entsprechenden, konisch 
gearbeiteten Loch des Zieheisens hervortretende Drahtende wird von 
der "Schleppzange" gefasst, vermittelst welcher mit Hilfe eines Has-
        

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