Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1661768
Gefäfse 
Geräte 
Renaissance 
Sp ätzcit 
Frankreich 
etc. 
251 
Silberschmiedearbeiten in die Münze abzuliefern befahl, ja in einer 
starken Geldklemme 1689 alles nicht kirchliche Edelmetallgerät 
konfiszieren und einschmelzen liefs  alle diese haben dafür ge- 
sorgt, dass im öffentlichen und privaten Besitz kaum noch nennens- 
werte Reste profanen Geräts aus dem 16. und I7. Iahrhundert übrig 
blieben und die Revolution ihre Zer- 
störungslust auf das kirchliche Gold T 
und Silber beschränken musste. Und Vixllfwl  
doch haben diese Koniiskationen, die    lifdllig 1 
schließlich Anlass gaben, dass an  
Stelle des Zerstörten später wieder ET    
Neues geschaffen wurde, der Ent- A    
wickelung unserer Kunst in Frank-   
reich nicht so nachhaltig geschadet,     
wie die Hugenottenverfolgungen und "Ü, 
die Auswanderung der Protestanten  
nach Aufhebung des Ediktes von   
Nantes (1685). Es ist eine beach- {f  X W  
tenswerte Erscheinung, dass die Ideen Jlj  .171  X 
der Reformation in Frankreich am i,  m 
meisten Verbreitung unter den Künst-  f V 
lern und Kunsthandwerkern gefunden yj-lxwrpgi 
haben und dass sich unter den in-  214! 
folge ihres Bekenntnisses Verfolgten, i"   
Eingekerkerten oder Vertriebenen   
eine Reihe bekannter Namen be-  
finden. S0 war unter den nach 3"  i,  
168 5 Vertriebenen Daniel Marot,  
 H    
der SlCh nach Holland wandte, und Ümiißil 
Samuel Colivaux, der in Berlin eine   
Zuflucht fand' die Hanauer Gold-  '51?  Ä, 
7  .   „ m. 
industrie verdankt französischer Ein-  lt; 
Wanderung aus dieser Zeit bekannt-     m.  
lich zum gröl'sten Teil ihre Ent-    
stehung. Schon unter Heinrich III. afgz-dääßä 
bemerken wir bei den französischen von Pierre Germain. 
Goldschmieden ein Nachlassen der 
Meisterschaft, die mit der Verdrängung des kunstmäfsigen Schmuckes 
durch kostbare Steine, die damals aufkommende eigentliche Juwelier- 
arbeit (s. oben), Hand in Hand ging. Schon in dem Inventar der Kost- 
barkeiten, welche Gabriele D'Estrees der Freigiebigkeit Heinrichs IV. 
verdankte, findet man aufser einigen silbernen Antiquitäten des 14. jahr- 
himderts nur eine ganz kleine Zahl von Silber-gerät, welches man der 
Beschreibung nach als künstlerische Arbeit anzusehen hat. Auch 
weifs Labarte von noch vorhandenen Arbeiten des 16. Jahrhunderts
        

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