Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659380
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Fig. 4 Gestempeltes Ornament von W. Jarnnitzer. 
Die 
Schmuckmittel. 
Gravieren, 
Tauschieren, 
Filigran. 
Mannigfaltig sind die Mittel, welche die Goldschmiedekunst an- 
Wendet, um ihre Werke zu schmücken  mögen dieselben nun in 
dem Materiale, aus welchem diese ausgeführt sind, selbst bestehen, 
oder mögen es fremde Zuthaten sein, Wir werden uns mit beiden 
Gattungen kurz zu beschäftigen haben, um in der späteren Übersicht 
der geschichtlichen Entwickelung der Goldschmiedekunst auf diese Er- 
klärung des Technischen zurückverweisen zu können. 
Ihrem Wesen nach eigentlich unter die im vorigen Kapitel be- 
handelte Gruppe der Oberflächebehandlung gehörig ist die Gravierung, 
da dieselbe in der Fläche des Metalls selbst ausgeführt wird. Sie 
dient zur Belebung dieser Fläche mit Mustern oder Ornamenten und 
Wird in der Art des Kupferstichs mit dem auch hierfür angewendeten 
Instrument, dem Grabstichel, ausgeführt. Dies ist ein vierkantiger 
Stahlmeifsel, schräg zugeschliffen, dessen runder, knopfartiger Griff 
beim Arbeiten gegen das Innere der Hand gestemmt wird, so dass 
der Graveur das auszuhebende Metall vor der Spitze des Stichels 
herschiebt. Durch gröfsere oder geringere Energie in der Handhabung 
dieses Instruments hat es der Graveur in der Hand, flachere (seichtere) 
oder tiefere Linien in das Metall einzugraben; meist zeichnen sich 
die alten Arbeiten durch eine kräftigere Linienführung aus. Erst 
neuerdings kommen wieder tiefe Gravierungen zum Schmuck von 
Silberarbeiten zur Anwendung, denen durch eine besondere Haltung 
deS Stichels scharfglänzende Flächen gegeben werden  eine De- 
kerationsweise, die sich namentlich von mattiertem Grunde wirkungs- 
Vell abhebt. An Stelle der Gravierung tritt oft, wie beim Kupferstich 
50 auch bei der dekorativen Anwendung auf Edelmetall, die Ätzung, 
Welche darauf beruht, dass ein Teil der Metallfläche, entweder die 
Zeichnung oder der Grund  mit einem von Säure unangreifbaren 
Überzug, dem "Ätzgrund", versehen wird. Die verdünnte Schwefel- oder 
Selpetersäure, das "Ätzwasser", dem nun die Oberfläche ausgesetzt
        

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