Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659366
Gewinnung 
des Edelmetalls. 
und Verarbeitung 
Die technischen Mittel und Vorrichtungen, vermittelst deren die 
Metallflächen, namentlich bei gegossener Arbeit, zuerst von der Guss- 
"haut befreit, dann in immer steigendem Grade der Glätte geschliffen 
und schliefslich blank poliert werden, kann uns hier nicht eingehender 
beschäftigen. Erwähnt sei nur, dass das Erzeugen des höchsten 
Politurglanzes entweder auf demselben Prinzip wie das Schleifen, 
nämlich auf der Wegnahme der die Rauheit der Oberfläche bildenden 
kleinen Unebenheiten durch immer feinere Schleifxnittel, oder darauf 
beruhen kann, dass mit einem Material, welches härter als das zu 
polierende Metall und dabei selbst glänzend poliert ist, die Uneben- 
heiten niedergedrückt werden. Als solche Materialien werden beim 
Edelmetall der Polierstahl oder der strahlige Roteisenstein (sog. Blut- 
Stein,) verwendet. Eine gleichmäfsig mattglänzende Oberfläche, die aus 
ästhetischen Gründen häufig für Edelschmiedearbeiten wünschenswert 
iSt, wird durch Frottieren mit einer "Glasbürste" bewirkt, in welcher 
die Haare durch Abschnitte von gesponnenen Glasfäden ersetzt sind, 
neuerdings auch wohl durch das in sehr vielen Techniken angewendete 
Sandgebläse, eine Vorrichtung, die scharfen Sand durch einen starken 
Luftzug gegen die zu mattierende Fläche schleudert. 
Endlich gehört in das Gebiet der Oberflächebehandlung auch 
noch die Färbung der Metallflächen. Die Färbung des Goldes 
111 der Masse auf dem Wege der Legierung haben wir bereits oben 
kennen gelernt; ebenso das "Weifssieden" des Silbers, um demselben 
trotz des Kupferzusatzes an seiner Oberfläche den schönen gelbweifsen 
Ton des reinen Silbers zu geben, Um das Gleiche bei dem Golde 
Z1! erreichen, wird dasselbe nach verschiedenen Methoden behandelt, 
die alle den Zweck haben, an der Oberfläche nicht nur die zu Tage 
tretenden Legierungsstoffe, sondern auch einen geringen Teil des 
reinen Goldes aufzulösen, welches dann sogleich wieder gefällt wird 
und dem Ganzen das Aussehen reinen Goldes verleiht. Schon die 
ältesten Werkbücher von Theophilus an enthalten hierfür Vorschriften; 
neuerdings ist die gebräuchlichste "Goldfarbe" eine Beize aus Koch- 
Salz, Salpeter und rauchender Salzsäure, die in kochendem Zustande 
PdS Bad für die zu färbenden Goldsachen benutzt wird. 
Als Färbung können wir füglich auch die Vergoldung und Ver- 
silberung betrachten, die in der gesamten Goldschmiedekunst zur Er- 
Zielung dekorativer Wirkungen, namentlich zur Hervorhebung gewisser 
Teile, z. B. der Ornamente vom Grunde u. s. w. eine sehr wichtige 
Rolle spielen. Die Vergoldung namentlich fand in der Vergangenheit 
die ausgedehnteste Anwendung auch auf Arbeiten aus Kupfer und 
Bronze, in deren sorgfältiger, vollkommen dem Silber ebenbürtiger 
Behandlung die Meister des mittelalterlichen Kirchengerätes ein Mittel 
fänden, um auch minder zahlungsfähige Besteller zu befriedigen. 
Die Vergoldung und Versilberung kann auf verschiedenen Wegen 
erreicht werden: durch unmittelbare Aufpressung eines dünnen Blattes
        

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