Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1661148
Gefäfse, 
etc. 
Geräte 
Die 
Renaissance 
Deutschland. 
189 
Vergoldung, Ornament und dergl. abgelenkt wird, der eingeschlagene 
Stempel sich aber als kleine Erhöhung im glatten Metall bemerklich 
macht. Am häufigsten finden sich zwei Zeichen, die auch in vielen 
Fällen ausreichen, um die Herkunft und den Meister des Stücks zu 
bestimmen: das Beschauzeichen, meist das Stadtwappen oder der 
Anfangsbuchstabe des Stadtnamens, wichtig für die Ortsangabe, da 
im allgemeinen kein Stück in den Handel kommen durfte, welches 
nicht die Revision der Innung passiert hatte, die mit dieser Orts- 
marke stempelte. So tragen die in Nürnberg verkauften Arbeiten 
ein N., die Augsburger den Pinienzapfcn aus dem Stadtwappen, Emden 
ein E., Frankfurt einen Adler. A. llg giebt in seiner Abhandlung 
über Goldschmiedekunst in der „Geschichte der technischen Künste" 
eine sehr sorgsame Übersicht über die bis jetzt bekannten Beschau- 
zeichen deutscher und ausländischer-Städte, auf welche als bequemes 
Nachschlagebuch hier verwiesen sei. 
a. b. c. d. 
Fig 99. Bcschau- und Meisterzeichen deutscher Silberarbeiten. 
(a. Augsburg, b. Nürnberg, c. W. Jamnitzer, d. H. Petzold.) 
Die zweite Marke ist das Meisterzeichen, ein Monogramm, 
Wappen, Hausrnarke oder dergl, die sich ein Künstler willkürlich 
wählt, um seine Arbeiten zu signieren. Manchmal sind dieselben 
Hredend". Nicht selten findet sich das Wappenzeichen mit Buch- 
staben verbunden: die Familie ]amnitzer zeichnet mit einem gradeaus 
gewendeten Löwenkopf; Wenzel setzt ein W., Christoph ein C. 
darüber. Die Lesung dieser Zeichen ist leicht, wo das Glück uns 
ein Meisterverzeichnis aus früheren Jahrhunderten erhalten hat: so 
besteht u. a. in Strafsburg eine Kupferplatte, in welche die Meister- 
zeichen mit daneben gravierten Namen eingeschlagen sind. Ander- 
warts müssen alte Innungsbücher, Rechnungen in städtischen und fürst- 
lichen Archiven etc. auf die Spur helfen. 
Als drittes tritt zu diesen oft noch das Wardeinzeichen, ein 
Stempel zur Kontrolle über die erfolgte Prüfung des Feingehaltes 
durch einen von der) Innung oder der Stadtbehörde zu diesem Zwecke 
eingesetzten Beamten. 'Diese Zeichen wechseln oft mit dem Inhaber 
des Amtes; auch über sie sind alte Verzeichnisse vorhanden. Die 
Zickzacklinie ist. ursprünglich die Stelle, an welcher das Material 
zur Prüfung des Feingehaltes vom Wardein abgekratzt wurde; später 
galt sie einfach als Marke für die Vornahme dieser Prüfung, besonders 
wenn das Wardeinzeichen fehlt.
        

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