Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1661060
Gefäße, 
Geräte 
Die Renaissance 
Italien. 
181 
mit Kindertigürchen, Masken und Tiergestalten verziert war; im gleichen 
Jahre fertigte er nach dem Vorbild antiker Fundstücke zwei Ringe 
aus Stahl, welche mit goldenen Verzierungen inkrustiert waren. 
Ein Ring, im äufseren achteckig gestaltet und reich mit Ornamenten 
und Maskerons bedeckt, auf welchen die Beschreibung zutrifft, findet 
sich ebenfalls im Wiener Antikenkabinett. Eine der bedeutendsten 
Arbeiten nach Cellinis eigenem Urteil war die Pluvialschliefse für 
Papst Clemens VIL, an welcher er 1530 und I5 31 in Rom arbeitete. 
Der Papst hatte ihm dazu einen besonders grofsen Diamanten gegeben, 
welchen er als Fufsschemel des auf der kreisrunden Platte dargestellten 
thronenden Gott-Vaters verwendete. Der Kopf und der segnende 
Arm dieser Figur waren frei herausgearbeitet, alles andere in starkem 
Relief; zahlreiche Kinderengel verbargen sich in den Mantelfalten 
der Hauptfigur. Das Stück, welches aus Feingold getrieben und 
emailliert war, stand bei den Zeitgenossen in hohem Ansehen, wie 
die Erwähnung durch Vasari und Cicognara beweist. Im ]ahre 1760 
existierte es noch im Schatze der Engelsburg, wurde aber in den 
Napoleonischen Kriegen mit vielen anderen Kostbarkeiten dieses 
Schatzes eingeschmolzen, um eine Kriegskontribution aufzubringen. 
Ein Ring, den Cellini 1536 im Auftrag Pauls III. mit einem äufserst 
kostbaren Diamanten zu fassen hatte, einem Geschenk Kaiser Karls V., 
gab ihm Gelegenheit, seine besonderen Erfahrungen in der „Auf- 
brinpng" des Steins mit Hilfe gefärbter Folien zu beweisen. 
Für die Herzogin Eleonora Medici arbeitete Cellini in den 
jahren 1545 und 1546 mehrere Bijouterien: so einen Gürtel in 
durchbrochenen Gliedern aus Gold, mit einer grofsen Zahl von Edel- 
steinen geschmückt; ebenso mit Maskarons und anderen Ornamenten 
in Relief; ferner einen Anhänger, dessen Mitte ein grofser und 
sehr kostbarer Diamant einnahm. Cellini hatte darin zwei Figürchen 
in Vollrund und Tiere und Fruchtkränze in Relief angeordnet; dem 
Diamant zuliebe wurde der Anhänger noch zu Lebzeiten des Meisters 
umgefasst. Interessant ist endlich das Verzeichnis der in seinem 
Laden am 2 3. Oktober 1538 mit Beschlag belegten Arbeiten: "Eine 
Goldmedaille, den Gott Mars darstellend; ein Väschen von Chrysopras, 
zwei Kronen, eine von Lapis, die andere von Achat; ein goldenes 
Armband mit acht Gemmen; ein Dolch mit Griff von Lapis und 
Gold; vier goldene Ketten, fünfundvierzig goldene Ringe mit ver- 
schiedenen Steinen; ein Stahlring mit Goldauflagen; ein emailliertes 
Agnus dei; zahlreiche Medaillen, darunter eine aus Kristall mit Gold- 
omamenten, eine andere aus Gold, mit einem Kopf aus Chrysopras 
belegt; endlich eine grofse Menge geschnittener Edelsteine". 
Ebensosehr wie die kleinen Arbeiten des Meisters waren die 
größeren Ausführungen in Silber, deren er zahlreiche erwähnt, der 
Zerstörung, vor allem dem Einschmelzen ausgesetzt. Aufser denen, welche 
bereits in seinem Lebensabriss kurze Erwähnung fanden, seien hier
        

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