Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659321
des Edelmetalls. 
Verarbeitung 
Gewinnung  und 
Kern angedrückt wird und so allmählich die Form dieses Kerns an- 
nimmt. Die hierbei infolge der Drehbewegung unvermeidliche strei- 
Üge Oberfläche des Metalls ist eines der gröbsten Mittel, um die 
moderne Anfertigung eines Stückes zu erkennen, selbst wenn die auf 
dem "gedrückten" Körper ausgeführte Treibarbeit von einem sehr ge- 
schickten Fälscher gemacht sein sollte. Wirklich alte Hohlgefäfse aus 
Silber lassen durch die auf denselben sichtbaren Hammerschläge 
immer erkennen, dass sie "aufgezogen" sind. Letztere Technik, die 
auch heute noch viel in Anwendung ist, besteht darin, dass mit Häm- 
mern und auf Ambofsen, die je nach der zu erzielenden Form des 
Gefäfses von verschiedenartiger Gestalt sind, die rund geschnittene 
Blechplatte von der Mitte nach dem Rande zu geklopft und auf 
diese Weise ausgetieft wird. 
Die weitere Technik des Treibens hängt, soweit sie die künst- 
lerische Dekoration von Metallwerk zum Zwecke hat, mit dem Zise- 
lieren aufs engste zusammen. Das Wesen dieser Arbeit besteht darin, 
dass der Schlag des Hammers vermittelst kleiner, mehr oder weniger 
stumpfer Stahlmeifsel, der Punzen (poincons), auf eine bestimmte Stelle 
der Metallfläche übertragen wird. Diese Punzen, aus dünnen Stahl- 
Stäben hergestellt, haben je nach der Art ihrer Anwendung verschieden 
geformte Spitzen ("Bahnen"); jeder Arbeiter pHegt 200-250 Stück 
Verschiedene Punzen zur Verfügung zu haben. Die hauptsächlichsten 
Arteif") sind: die Lauf- oder Einziehpunzen in stumpfer Meifsel- 
forln mit geraden oder halbrunden, meist polierten Bahnen; die Satz- 
Pllnzen mit üachen Bahnen von ovaler, herzfönniger oder dreieckigen 
Form; die Mattpunzen, deren flache Bahn mit Rauhigkeiten ver- 
sehen ist; die Haarpunzen mit feingeriefelten Bahnen; die Perl- 
pnnzen, in deren Bahn ein kleines, halbkugeliges Loch gebohrt ist, 
und je nach Bedarf noch manche andere Formen. 
Als Unterlage beim Treiben und Ziselieren dient ein elastischer 
Kitt, aus Pech, Ziegelmehl und Talg oder Wachs bestehend. Der- 
Selbe wird auf die gerade Fläche einer gusseisernen Halbkugel aus- 
gebreitet und die Arbeit, wenn sie auf einem flachen Blech ausgeführt 
Werden soll, darauf aufgeschmolzen. Becher und andere Hohlgefäfse 
Werden mit der Kittmasse angefüllt und mit einer Seite aufgeschmolzen. 
Die Kugel mit der aufgekitteten Arbeit liegt vor dem Ziseleur und 
Wird durch einen Ring aus Blei oder Lederriemen in ihrer Lage 
gehalten. Die Arbeit des Treibens erfolgt abwechselnd von rückwärts 
und vorwärts; sie beginnt mit dem Aufreifsen und Einziehen des 
Konturs, innerhalb dessen an der Rückseite hervortretenden Linien 
dann die höchsten Relief-Erhebungen von dieser Seite aufgetrieberr 
werden. Diesem folgt von der Vorderseite aus das Niedersetzen 
Wie: 
E) S. Schuberth, Hand- 
, Hartleben, p. 299 ff. 
Hilfsbuch 
und 
den praktischen Metallarbeiter, 
für
        

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