Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1661000
Gefäße, 
etc. 
Geräte 
in Italien. 
Die Renaissance 
175 
Rovezzano mit Bechern, Benedetto Pocetti und namentlich 
_Caravaggio mit zahlreichen Vasenzeichnungen vertreten. 
Aber auch von praktisch ausführenden Goldschmieden der italie- 
nischen Renaissance hat uns die Geschichtschreibung, speziell die 
Lebensbeschreibungen von Vasari und diejenige Cellinis, sowie Cicognaras 
Geschichte der Skulptur eine Reihe klangvoller Namen erhalten. 
Francesco Rustici hat im Baptisterium zu Florenz verschie- 
dene Arbeiten für die Kaufmannsgilde ausgeführt; Michelangelo di 
Viviano, Cellinis erster Lehrmeister, der für Niello, Emaillen und die 
Fassung von Edelsteinen besonderen Ruf besafs, arbeitete u. a. ein 
schönes silbernes Kreuz für den Dom von Florenz und Verzierungen 
für die Prachtrüstung, welche Guiliano de' Medici bei einem Karussel 
auf der Piazza Sa Croce trug. Dem Cesarino Rosetti aus Perugia 
wurde bei der Übernahme einer Auferstehung in Silber für den Dom 
von Siena besonders in den Kontrakt geschrieben: „er habe die 
Arbeit entsprechend dem Ruhme des genannten Cesarini zu vollenden". 
Ambrogio Foppa, genannt Caradosso, aus Mailand oder Pavia, 
entwickelte seine Hauptthätigkeit in Rom, wo er für julius II. und 
Hadrian VI. Medaillen und für Leo X. Münzstempel schnitt. Er 
war berühmt in Transluzid-Emaillen auf Reliefgrund, und namentlich 
in der Anfertigung kleiner, in Hochrelief gearbeiteter goldener An- 
hänger. Für eine sehr schöne Pax im Domschatz zu Mailand (die 
Grablegung in ausgeschnittenen Reliefüguren auf einer Unterlage von 
Onyx, abgeb. b. Plon. Taf. 33), welche ihm zugeschrieben wurde, ist 
seine Autorschaft nicht ganz unbezweifelt. 
Antonio Maaj arbeitete als Schüler von Cellini im Schlosse 
Petit-Nesle und blieb nach seines Meisters Weggang in Frankreich 
für den Hof beschäftigt. Das als Kassette Famese hochberühmte 
Goldschmiedewerk im Museo nazionale zu Neapel, bei dessen Kom- 
position kein Geringerer als Michelangelo zu Rate gezogen zu sein 
scheint, ist nach den Forschungen Plons ein Werk des Giovanni 
Bernardo da Castelbolognese (1495-1555), der sich somit als 
einer der bedeutendsten Künstler dieser Zeit charakterisiert. Übrigens 
hat das zitierte Werk?) eine grofse Menge Namen von Goldschmieden 
des 16. Jahrhunderts ans Licht gefördert, auf welche hiermit ver- 
wiesen sei. Als wichtigere wollen wir nur noch anführen: Leone 
Leoni aus Arezzo T 1585, ein Nebenbuhler Cellinis in Rom; 
Manno Sbarra, Florentiner und Schüler Cellinis. kommt möglicher- 
weise als Mitarbeiter an der farnesischen Kassette in Betracht. 
Neben diesem Zeitgenossen Cellinis ist als nach seinem Tode wirkend 
zu nennen: Gasparo Mola, t 1640, bekleidete mehrfach das Amt 
eines Münzmeisters und hinterliefs tauschierte Rüstungen. Die be- 
mödaillcur, 
x 883. 
 Benvenuto Cellini, orfävre, 
par E. Plon, Paris, E. Plon 8; Co. 
sculpteur, Recherches sur sa vie etc.
        

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