Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1660949
Gefäfse, 
Geräte 
Italien. 
Renaissance. in 
Die 
169 
O gnabene die Mitteltafel, Giulio Pisano die Statue des heil. Jacob, 
und die Florentiner Piero und Leonardo di Ser Giovanni die beiden 
zurücktretenden Flächen; auch einen Künstler deutscher Abkunft, 
Pietro d'Arrigo (Sohn des Heinrich), finden wir bei dem Altaraufsatz 
beschäftigt. 
Ein Reliquiar im Dom von Orvieto hat den Ugolino di Maestro 
Vieri aus Siena zum Urheber; dies Reliquiar, zur Aufnahme des 
durch das "Wunder von Bolsena" berühmten Linnentuches bestimmt, 
ist eine Nachbildung der Fassade des Domes von Orvieto in Silber 
von 1,80 m Höhe, mit zwölf Bildern in Reliefschmelz geschmückt. 
Es mag hierbei bemerkt werden, dass diese sehr wirkungsvolle 
Technik, durchsichtige Schmelzfarben auf einen in Relief behandelten 
Metallgrund zu legen, in der italienischen Kunst dieser Zeit be- 
sonders beliebt war und fast ausnahmslos von allen Goldschmieden 
geübt wird. 
In Florenz wirkte um den Anfang des I4. Jahrhunderts Andrea 
Arditi, der für den Dom zahlreiches Kirchengerät, darunter besonders 
eine reich emaillierte Büste des heil. Zenobius, anfertigte. Neben ihm 
arbeitete Cione, der Vater des berühmteren Orcagna; wenn sich von 
ihm auch keine bestimmten Werke mehr nachweisen lassen, so wird 
ihm doch nachgerühmt, dass er zahlreiche Schüler gehabt hat, darunter 
den Aretiner Torzoro, der als Emailleur berühmt war. 
Von oberitalienischen Goldschmieden wird uns namentlich der 
Mailänder Borgino genannt, der für die Kathedrale von Monza ein 
Antependium arbeitete. Zahlreiche andere Künstlernamen sind uns 
bei der Sorgfalt, mit welcher die Silberschmiede des I4. Jahrhunderts 
in Italien ihre Werke zu zeichnen pflegten, tiberliefert und können 
bei Labarte nachgelesen werden. 
Aber auch für die oben erwähnte Teilnahme solcher Künstler 
an der Goldschmiedearbeit, deren Hauptbedeutimg auf anderem Ge- 
biete lag, giebt uns die italienische Kunstgeschichte manchen Anhalt. 
So war Filippo Brunellesco (I377--I456) mit zwei silbernen Figuren 
an dem Altarwerk von Pistoja beteiligt; Lorenzo Ghiberti empiing 
seine erste künstlerische Unterweisung in der Goldschmiedewerkstatt 
seines Stiefvaters Bartolucci. Die silberne Statue des Johannes am 
Altarwerk des F lorentiner Baptisteriums rührt von dem als Architekten 
berühmten Michelozzo Michelozzi (I39I_1472) her. Amgleichen 
Altar sehen wir Andrea Verrocchio als Silberschmied thätig, während 
Luca della Robbia und Dom. Ghirlandaj o uns als Verfertiger silberner 
Lampen für die Kirche Sa. Annunziata genannt werden. Unter den 
Sieneser Goldschmieden war um diese Zeit, Anfang des I5. Jahr- 
hunderts, am meisten geschätzt Giovanni Turini und sein Vater 
Turino di Sano; beide führten für den Dom Skulpturen in Bronze, 
Marmor und Silber aus; unter den letzteren werden namentlich Statuen 
des heil. Victor und Crescentius hervorgehoben, die auf einem reich-
        

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