Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659317
Abschnitt. 
Die Technik. 
jede weitere Bearbeitung handliche Gestalt in Barren u. dergl. zu ver- 
leihen  so ist doch für die künstlerische Arbeit aus Gold und 
Silber eine andere Technik ungleich wichtiger: das Treiben." Dieses 
setzt die Vorrichtung des Materials in Blechform voraus, mag die- 
selbe aus dem Barren nun durch Hämmern oder durch Walzen er- 
zeugt sein, und beruht auf der Eigenschaft der Dehnbarkeit, deren 
hoher Grad das Gold und Silber besonders geeignet für diese Be- 
arbeitungsweis-e macht. 
Ciseleur bei 
der Arbeit. 
Die urälteste Anwendung dieser getriebenen Metallarbeit, die man 
sich als dekoratives Beiwerk einer ursprünglichen Holzbaukunst, als 
Bekleidung der hölzernen Konstruktionsteile mit einem Überzug von 
relieiiertem Blech zu denken hat, gilt u. a. Semper als die Entstehung 
der Reliefskulptur und als Vorläuferin der Bildhauerkunst in Stein 
überhaupt. Sicher haben wir diese Art des Treibens, das Auf hämmern 
des dünnen Metalls auf einen vorher in der gewünschten Form in 
Relief geschnitzten Holzkeni wohl als die ursprüngliche zu betrachten. 
Auch bei den ältesten Goldschmiedewerken des Mittelalters finden 
wir die Anwendung von hochgeschnittenen "Modeln", die von rück- 
wärts in das Metall eingeschlagen wurden  ein dem vorher er- 
wähnten prinzipiell gleiches Verfahren, häufig vertreten. In neuester 
Zeit, beim maschinellen Herstellen von Hohlgefäfsen aus Silber, be- 
gegnet uns die Arbeit über einen entsprechend geformten Holzkern 
wieder bei dem Drücken auf der Drehbank. Das Prinzip dieser Art 
Arbeit ist, dass das Blech vermittelst ganz stumpfer Stahlmeifsel im 
Umlaufen auf der Drehbank gegen den aus hartem Holz gedrehten
        

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