Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1660831
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Abschnitt. 
Die 
Werke 
nldschnl 
iedekux 
vier Evangelisten oder deren Symbole ihren Platz, wenn die Ecke 
nicht zum Schutze des Deckels beim Aufschlagen mit einer grofsen 
Kristall-Halbkugel besetzt ist. (Fig. 79.) 
Im 14. Jahrhundert werden diese Buchdeckel aus Edelmetall, die 
in der Gotik auch wieder den Charakter von Kirchenfassadexi annehmen, 
schon ziemlich selten und verlieren sich fast gänzlich im I5. jahr- 
hundert, um in denen der Renaissance mit durchbrochener Silberauflage 
wieder aufzuleben. An die Bücher anschliefsend seien die Lesepulte 
erwähnt, die ebenfalls, wiewohl selten, von Silber angefertigt worden 
sind. Sie waren bestimmt auf den Altar gestellt zu werden, und 
hatten kleine Abmessungen. Die 
  s, Sammlung C. von Rothschild be- 
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in  safs ein ausgezeichnetes Stuck aus 
[lt dem 14. jahrhundert, dessen 
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f  Je;  werkfenstern aufgelost und des- 
  sen Untersatz mit statuarischem 
l   Schmuck versehen war ; ein älteres, 
   dem 13. Jahrhundert angehoriges, 
i? m1 Strengen Stil der Fl-uhgotik bis- 
i:  egÄ-i    sitzt Baron von Oppenheim in 
  m6  Köln 
 Die Rauchergefafse, viel- 
,  leicht aus deni jüdischen Ritus 
    ,   I]?  in den christlichen herubergenom- 
 1,:  1;"      inen, liefern uns auch wieder einen 
      Beweis dafür, dass das frühe Mit- 
 "ilW   telalter die schlichte Gebrauchs- 
DWXG?        f   facher stilistisch unan 
   w  orm in em ,  
 m,   " fechtbarer Weise zu dekorieren ver- 
itiallmln; i, steht, und dass erst die Gotik 
Fig. 8o. Romanisches wenirauciiass durch das mehrerwähnte Hinein- 
ws Lme- ziehen der Architekturmotive zu 
übertriebenen, wenn auch in ihrer 
NVirkung glänzenden Bildungen gelangte. So ist das älteste Räucher- 
gefäfs eine .Hohlkugel mit niedrigem F ufs, in der Mitte geteilt, deren 
Deckel mit Löchern versehen ist, um dem Rauch den Austritt zu gestatten. 
Das Gefäfs hängt, um geschwungen werden zu können, in Ketten, die 
durch Osen am Deckel durchgezogen zu sein pflegen. Eine weitere 
Kette geht vom Deckel zu der die Handhabe bildenden Platte, an 
welcher auch die andern Ketten befestigt sind; sie dient zum Heben des 
Deckels. (Fig. 80.) Oft findet sich auch die untere Kugelhälfte durch- 
brochen; alsdann muss sie eine innere, feste Verdoppelung erhalten. 
Das I3. jahrhundert beginnt dann schon den Deckel als gotischen 
Kuppelbau mit Flankierungstürmchen und die Rauchöfliiungen als
        

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