Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Gold und Silber
Person:
Luthmer, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1658998
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1659297
Abschnitt. 
Technik. 
Die 
gehalt in Tausendstel aus: so müssen die deutschen Goldmünzen aus 
900 Tausendstel Feingold haltendem Material geprägt werden. 
Um in Goldarbeiten ohne Anwendung eines fremden Ueberzugs 
eine farbige YVirkung hervorzubringen  eine unter dem Namen 
"a quatre couleurs" im vorigen Jahrhundert besonders beliebte De- 
korationsweise  wendet man durch Legierungen gefärbtes Gold an. 
So wird beispielsweise grünes Gold durch Mischung mit Silber und 
Kadmium (750 Gold, 125 Silber, 125 Kadmium), rotes Gold durch 
gleiche Mischung von Gold und Kupfer, gelbes durch Gold, Silber 
und Kupfer (im Verhältnis 413: I), grünes Gold durch Zusatz von 
Silber und Stahlfeilspänen (30 Gold, 3 Silber, 1 Stahl), blaues durch 
gleiche Teile Gold und Stahl, weifses durch 11 Teile Gold und 
1 Teil Platin hervorgebracht. Zu bemerken ist, dass alle diese 
Mischungen keine ausgesprochenen Farben, sondern nur bläuliche, 
grünliche etc. Nüancierungen des Goldes ergeben, die jedoch nach 
den optischen Gesetzen des Kontrastes entschieden farbig wirken. 
Zur Legierung des Silbers, wobei es sich fast immer um eine Er- 
höhung seiner Härte und Widerstandsfähigkeit gegen Abnutzen handelt, 
verwendet man fast ausschliefslich Kupfer und drückt den Silbergehalt 
nach Tausendstel aus. Auch hierbei ist der zur Verarbeitung er- 
forderliche Feingehalt gesetzlich geregelt; das diesem entsprechende 
Material heifst Probesilber_ Sehr zum Nachteil des Exportes beträgt 
der F eingehalt des deutschen Probesilbers nur 750, während England 
beispielsweise 925, Frankreich 950-800 Tausendstel fordert. Für 
manche frühere "Silbermünzen", wie für den preufsischen und "hanno- 
versehen Groschen, sank der Feingehalt auf 220 pro Mille. Die ent- 
schieden rötliche Farbe, die ein so starker Kupferzusatz mit sich 
brachte, wurde entfernt durch "Weifssieden", wobei durch kochende 
Schwefelsäure das Kupfer von der Oberfläche weggeätzt wurde. 
Um das rohe, formlose Material in die künstlerisch beabsichtigte 
Form zu bringen, hat nun die Technik zwei Mittel: das Giefsen 
und das Hämmern. Bei dem erstern wird das Material in einen 
tropfbar Hüssigen Zustand gebracht, sei es durch Schmelzen am 
Feuer, sei es durch Auflösung in Säuren und Suspension der Auf- 
lösungsprodukte in Wasser, wie bei dem galvanischen Verfahren. Dies 
flüssige Metall wird nun in das Innere einer hohlen (negativen) Form 
gebracht, die durch Eindrücken des vorher in anderem Material 
plastisch hergestellten "Modells" in eine bildsame Masse bereitet wird. 
In dieser Höhlung muss das Metall erhärten, sei es durch Erstarren 
beim Erkalten, sei es durch Ausscheiden der Metalle aus der nassen 
Lösung mit Hilfe des galvanischen Stromes. 
Zur Herstellung der Formen beim eigentlichen Metallguss be- 
dient man sich des angefeuchteten Formsandes, eines feinen Quarz- 
sandes mit entsprechendem Thongehalt, dem, nachdem er fein ver- 
mahlen ist, etwa V3 Holzkohlenpulver zugesetzt wird. Die Schwierig-
        

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